Kurbetrieb Willingen kalkuliert mit Minus von 399648 Euro im Jahr 2015

Tourismus kostet viel Geld

Willingen - Lieb und teuer ist den Willingern der Kurbetrieb: Bäder, Eishalle und Besucherzentrum werden auch 2015 wieder ein sechsstelliges Minus erwirtschaften. Noch nicht einkalkuliert ist dabei die geplante Erneuerung des Lagunenbads.

Mit einem Defizit von insgesamt 399648 Euro rechnet der Kurbetrieb Willingen im Jahr 2015. Drauflegen muss der Eigenbetrieb der Gemeinde insbesondere beim Haus des Gastes und der Eislaufhalle (minus 161881 Euro), dem Freibad Usseln (minus 85529 Euro) sowie bei Verwaltung (minus 207833) und Kurwesen (minus 34858). Ein Plus erwirtschaften hingegen das Lagunenbad (53104 Euro) und die daran angeschlossene Karibikbar (59444 Euro).

Gemeinde muss Verluste des Kurbetriebs ausgleichen

Die Defizite muss die Gemeinde aus ihrem Haushalt ausgleichen. Auch im Kurbetrieb werde deshalb weiterhin nach Konsolidierungspotential gesucht, erklärte Bürgermeister Thomas Trachte am Dienstag in der Sitzung der Gemeindevertretung.

Wirtschaft profitiert von Tourismus

Ein Zuschussgeschäft wird der Kurbetrieb aber auch in Zukunft bleiben. Das Angebot sei aber ein „ganz wesentlicher Ansatz zur Wirtschaftsförderung“, erklärte Trachte: „Davon profitieren nicht nur die Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, sondern auch die Freizeiteinrichtungen, der Einzelhandel und das Handwerk in der Gemeinde und über deren Grenzen hinaus.“

Die Rechnung des Bürgermeisters geht also so auf: Ein attraktives Angebot sorgt für mehr Touristen, mehr Touristen wiederum für eine brummende Wirtschaft und viele Arbeitsplätze. Das wirkt sich letztlich auch auf den Haushalt der Gemeinde aus.

Zunächst einmal könnte in absehbarer Zeit noch erheblicher Investitionsbedarf auf den Kurbetrieb hinzukommen, der bislang noch nicht im Wirtschaftsplan aufgenommen ist: Das in den siebziger Jahren gebaute frühere solartherapeutische Bewegungsbad innerhalb des Lagunenbads ist baulich und technisch überholt. Hier soll stattdessen eine Familien-Badelandschaft mit karibischem Flair entstehen – so die Idee. „Derzeit wird an der Konzeption und der Finanzierung gearbeitet“, erläuterte Trachte in der Gemeindevertretersitzung. 200000 Euro sind im Wirtschaftsplan für Planungs- und Architektenkosten vorgesehen.

Über das Ob und Wann wird noch entschieden

„Wenn alle offenen Fragen geklärt sind, wird zu entscheiden sein, ob und wann die Erneuerung des Badebereiches erfolgen kann“, so Trachte zum weiteren Vorgehen. Eventuell müssen die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen für den Umbau dann durch einen zuvor zu beschließenden Nachtragshaushalt geschaffen werden. Trachte: „Aber wie gesagt – hier ist noch viel Grundlagenarbeit zu leisten.“

„Spannende Aufgabe für die Gemeinde“

Grundsätzlich sei es sehr wichtig, Lösungen für den Weiterbetrieb des Lagunenbades zu entwickeln, da diese Einrichtung als wesentlicher Teil der touristischen Infrastruktur von großer wirtschaftlicher Bedeutung für den Ort sei, sagte der Bürgermeister: „Die Entwicklung entsprechender finanzverträglicher Lösungen für die Weiterentwicklung des Bades wird eine spannende Aufgabe und eine große Herausforderung sein.“

Von Lutz Benseler

Kommentare