Korbach

Überraschende Zahlen: Im Vergleich wenige Atemwegserkrankungen in Korbach

- Korbach (lb). Atemwegserkrankungen kommen in Korbach doch nicht häufiger vor, als anderswo im Landkreis. Das jedenfalls sollen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung belegen, die Dr. Frank Dastych, Hals-,Nasen-, Ohrenarzt aus Bad Arolsen, am Freitag im Kreishaus vorstellte.

Dastych hat dazu rund 22.000 Diagnosen aus dem Bereich der Atemwegserkrankungen ausgewertet, die Ärzte aus dem Landkreis im zweiten Quartal 2009 an die Kassenärztliche Vereinigung gemeldet haben. Das Resultat widerlegt bisherige Vermutungen: Statt durch eine überdurchschnittliche hohe Zahl macht Korbach durch eine vergleichsweise niedrige Zahl an Atemwegserkrankungen auf sich aufmerksam: Bezogen auf die Einwohnerzahl litten lediglich acht bis zehn Prozent an Bronchitis, Asthma und ähnlichen Krankheiten. Niedrigere Werte fanden sich nur noch in Willingen. Besonders schlechte Zahlen hingegen legt Bad Arolsen mit einem Wert von 17 Prozent vor. Das erklärte Dastych an einem relativ hohen Anteil an Senioren, die anfälliger für Atemwegserkrankungen seien. "Es gibt definitiv keine Auffälligkeiten in Korbach im Kreisvergleich", so die Bilanz des Bad Arolser Mediziners.

Nach Ansicht des Ersten Kreisbeigeordneten Peter Niederstraßer sind Forderungen nach weiteren Untersuchungen – etwa Lugenfunktionstests bei Kindern – jetzt nur noch schwer zu rechtfertigen: "Wir haben jetzt keine Umfrageergebnisse, sondern Echtzahlen,die von Ärzten gemeldet worden sind", so Niederstraßer. Die Zahlen seien belastbar, da sie fast die komplette Bevölkerung des Landkreises miteinbezögen: Rund 90 Prozent der Waldeck-Frankenberger sind gesetzlich krankenversichert. "Diese Datenqualität ist mit keiner anderen Untersuchung zu erreichen", sagte der Erste Kreisbeigeordnete.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ am Samstag, 13. Februar 2010.

Die Auswertung im Einzelnen

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Karte Atemwegserkrankungen

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