Heimgeleuchtet

U(h)rkomisch

Korbach - Die schreibende Zunft lebt gefährlich, denn auch verbale Pfeile können tief treffen – oder einen schmerzlichen Bumerang auslösen.

Am Freitag berichtete die Redaktion über Führungen zur Korbacher Spalte mit Informationen zum „Uhrzeitdackel“. Da schlug’s bei einer sprachlich beflissenen ehemaligen Korbacher ALS-Lehrerin dann 13: Wie man sich denn das Tierchen vorstellen dürfe – querliegend über einem Wecker oder gar als Kuckucksuhrmodell?

Na ja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Der CSU-Sonnenkönig Franz Josef Strauß pflegte vor Urzeiten zu sagen: „Bei uns in Bayern gehen die Uhren anders – aber richtig.“

Die Zeit zurückdrehen möchte in Frankreich ja auch der neue Präsident. Monsieur Hollande verordnete für sich und seine Minister erst mal den Urlaub im eigenen Land. Das wiederum könnte auch für seine deutsche Kollegin Madame Merkel ein kluger Schachzug sein – und zwar für alle deutschen Politiker.

Getreu dem Motto: Bleib im Lande und nähre dich redlich. Das politische Urlaubsgeld dürfte just in den ausgedehnten parlamentarischen Ferien als wahrer Konjunkturmotor wirken, wenn Kanzlerin und Co. beispielsweise zur Sommerfrische ins Ferienparadies an Eder und Diemel anrücken. Dann kommen sie zumindest in der Urlaubszeit dem Wahlvolk ein wenig näher, unkte diese Woche ein heimischer Stammtischpolitiker.

Im Ausland birgt deutsche Politik ohnehin so manche Tücken: „Deutschland? Merkel?!“, rief mir ein senegalesischer Uhren-und-Brillen-Verkäufer am Strand in Italien neulich voller Bewunderung und Ehrfurcht entgegen: „Dann bist du doch reich und musst mit mir nicht über den Preis für eine Sonnenbrille verhandeln …“

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