Altes Landratsamt soll wieder komplett genutzt werden

Umbau am neuen „Haus der Polizei“

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Lehnen sich nicht zu weit aus dem Fenster: Zimmermannsleute installieren in diesen Tagen neue Fenster in der Polizeistation. Nach dem Umbau muss das ehemalige Landratsamt erhöhten Anforderungen bei Brandschutz und Sicherheit standhalten.

Korbach - Lange dauert es nicht mehr, dann wird der Traum der Korbacher Ordnungshüter Wirklichkeit, alle Abteilungen unter einem Dach zu haben. Doch vor den Umzug hat der Polizeipräsident den Baustellenlärm gesetzt.

Es tut sich was im ehemaligen Landratsamt an der Pommernstraße. Neue Fenster sorgen künftig für weniger Zug und geringeren Energieverbrauch, auf der Seite zur Arbeitsagentur ist bereits ein vollkommen neuer Parkplatz entstanden, der Besuchern und Bediensteten zur Verfügung steht.

Etwa 1,9 Millionen Euro nimmt das Immobilienmanagement des Landes Hessen für Gebäudeumbau, Brandschutz und neue Stellplätze in die Hand. Im Juli sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Dann packen die Kollegen der Korbacher Wache, die bisher in der Hagenstraße ihren Sitz haben, Akten und Polizeiutensilien in Umzugskisten und ziehen einen halben Kilometer weiter. Sie finden im Unter- und im Erdgeschoss Platz, während Kriminalisten und Verkehrserzieher über ihnen für Recht und Ordnung sorgen.

In zwei Stockwerken sind bereits neue Toiletten installiert worden. Weiter geht es mit dem Einbau neuer Zellen, neuer Duschen, dem Umbau der Wache samt Lüftung, neuer Fenster in den unteren Etagen und dem Einbau einer neuen Behindertentoilette. Teilweise wird auch der Zuschnitt der Räume verändert. Im Innenhof sollen 14 Carports für die Polizeiwagen und einen Bus entstehen.

Die Umbaumaßnahmen sind nicht ganz unkompliziert. Zum einen steht der ehemalige Sitzungssaal unter Denkmalschutz, zum anderen werden an eine Polizeistation eben doch andere Anforderungen gestellt als an ein Eigenheim.

Das geht bei den Fenstern und Außentüren los, die besonderen Schutz bieten müssen. Geht über den Haupteingang, der zur Wache umgebaut werden muss. Und hört bei Zellen und Büros auf, die den neuen Anforderungen des Brandschutzes entsprechen müssen.

Laut Polizeisprecher Dirk Virnich hatten die Bauarbeiten bereits im Herbst des vergangenen Jahres begonnen, in vier Monaten sollen sie größtenteils abgeschlossen sein. Aber auch dann, wenn die Kollegen von Polizeistation, Direktion, Verkehrsdienst und Kriminalpolizei künftig zentral an einem Ort arbeiten, wird der Umbau weitergehen.

„Wir können nicht alle Arbeiten gleichzeitig ausführen, da das Gebäude zum Teil genutzt wird“, erläutert Ate Plies vom Gebäudemanagement des Landes Hessen (ein Eigenbetrieb des Landes mit Sitz in Wiesbaden).

Der Parkplatz wurde komplett neu entworfen und gepflastert. In den kommenden Wochen werden die Schranken installiert. In der vordersten Reihe stehen Besuchern entlang der Pommernstraße freie Parkplätze zur Verfügung.

„Es wird ein Haus der Polizei aus einem Guss“, freut sich Dirk Virnich bereits heute darauf, seine Kollegen aus der Hagenstraße demnächst willkommen heißen zu können. (den)

Hintergrund

„Die Lösung der Raumprobleme in unserer Polizeidirektion steht auf meinem Fahrplan ganz oben.“ Der Landrat von Waldeck-Frankenberg steht demnach auf der Seite des Gesetzeshüter. Allerdings ist der Landrat ein gewisser Helmut Eichenlaub und das Jahr ist 1998. Viele Vorstöße hat es seitdem gegeben, die Abteilungen der Polizei unter einem Dach zusammenzufassen.

Die Direktion ist schließlich 2002 von der Hagen- in die Pommernstraße umgezogen. Ihren Platz haben dort indes die Katasterverwaltung und das Staatliche Schulamt räumen müssen, die eigentlich ins alte Finanzamt umziehen sollten (Stichwort: Behördenringtausch), heute aber in einem Neubau am Behördenzentrum und in Fritzlar untergekommen sind.

17 Beamte von Direktion, Führung, Verwaltung, Verkehrsdienst und Beratung zogen 2002 in die Pommernstraße um, mehr als 230?000 Euro machte das Land Hessen dafür locker. Seitdem warten die Mitarbeiter in der Wache auf ein Startzeichen. Die Station gehört ebenfalls dem Land Hessen und wurde 2005 für 80?000 Euro instandgesetzt. Das Gebäude ist fast 100 Jahre alt und war ehemals als Villa des Landrates mit Wirtschaftsgebäude und Kutscherwohnung gebaut worden. Seit 1958 ist dort die Korbacher Polizeiwache untergebracht. (den)

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