Korbacher Flugplatzdorf verdrängt vor 25 Jahren das Osterfeuer vom Stammplatz

Umzug vom Obstgarten auf den Pengel

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Bis zum letzten Osterfeuer im „Obstgarten“ genossen die Korbacher den freien Blick auf den Kilian. 1988 war damit Schluss – das Neubaugebiet war zu nah herangerückt.

Korbach - „Schwalenstöckers Obstgarten“ verbinden viele Korbacher mit dem Osterfeuer. 25 Jahre ist es inzwischen her, dass die ausrichtende Burschenkompanie von hier an den „Pengel“ umziehen musste. Ein Rückblick.

Die Häuser kamen einfach immer näher: In Korbach war in den 80er-Jahren am Südring zwischen Ellerbruch, Flugplatz und Korbacher Spalte ein neues Wohnbaugebiet entstanden. Nach und nach rückten die Häuslebauer dem Osterfeuer an die züngelnde Glut. Die Burschenkompanie hatte dort, wo heute die Knipschildstraße verläuft, zehn Jahre lang einen gut angenommenen Platz fürs Osterfeuer gefunden.

Am 2. April 1988 durften die Burschen zum letzten Mal in den ehemaligen Obstgarten einladen: Die Stadt stellte wegen der Nähe zu den Wohnhäusern und der Geruchsbelästigung keine Lizenz mehr aus.

Da hatte sich das alljährliche Osterfeuer längst zu einem Magneten für Korbacher Familien entwickelt. „Die Leute haben es genossen, das erste Mal unter freiem Himmel eine Bratwurst zu essen und ein Bier zu trinken“, erinnert sich Friedrich-Wilhelm „Frieder“ Frese.

Er war damals als Burschenmeister für die Organisation des Feuers verantwortlich. Und musste 1988 dafür sorgen, dass „die Tradition nicht stirbt“, wie er es nennt. Zusammen mit der Stadt begab er sich auf die Suche nach einem neuen Standort.

Sein Onkel Karl-Kurt Frese hatte eine geeignete Stelle am „Pengel“ Richtung Ense zu bieten. Das Problem: Das Fleckchen Land war verpachtet; Schafe weideten auf der Fläche. Doch alle Parteien fanden schließlich eine Übereinkunft, sodass am 25. März 1989 erstmals „Pengel in Flammen“ stattfinden konnte. „Die Menschen kamen“, freut sich Frese noch heute über den geglückten Standortwechsel. Ein Problem gibt es allerdings bis heute: Die Böen aus Richtung Ense können mächtig Wind machen.

Die Anfänge des Osterfeuers liegen freilich noch weiter zurück. Am heutigen Fischerweg am Waldecker Berg hatten die Mitglieder der Burschenkompanie Anfang der 70er-Jahre einen heimeligen Platz gefunden - anfangs nur für sich. Doch nach und nach sprach sich die interne Veranstaltung herum, sodass die Burschen immer mehr Besucher begrüßen durften.

Im wenige hundert Meter entfernten „Obstgarten“ hatten die Besitzer in den 70ern einen Teil der Plantage roden lassen, was plötzlich Platz fürs Osterfeuer bot. Als der Südring entstanden war, merkten das die Mitglieder der Schützengilde 1377 Korbach sofort. „Plötzlich hielten ganze Busse und entließen die Fahrgäste zu uns“, erinnern sich die damaligen Mitglieder Harald Tent und Karl-Herbert Sippel-Heine. Die Gäste kamen zum Teil sogar aus Holland und Berlin.

Damals wie heute waren rund 25 junge Männer im Einsatz, um Wochen vorher das Astwerk aufzuschichten und am Abend die Verpflegung der Besucher sicherzustellen. Das soll auch in diesem Jahr wieder funktionieren: Das Jubiläum „25 Jahre Pengel in Flammen“ beginnt am Ostersamstag um 18.30 Uhr.

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