Sportler des VfL Adorf bewirten 2900 Gäste bei den Kreisseniorentagen

„Und zum Schluss das Waldecker Lied...“

Sie sind bereit für die Kreisseniorentage 2014 in Adorf: Bürgermeister Volker Becker, „Küchenleiterin“ Gertrud Bienert, der VfL-Vorsitzende Dieter Stöcker, Brigitte Bundis von der Kreisverwaltung und Martin Dörflinger von der Sparkasse.Foto: Schilling

Diemelsee-Adorf - Die 140 ehrenamtlichen Helfer des VfL sind gut gerüstet für die Senioren aus dem Frankenberger Land.

Der Arbeitsplan steht, die Industriemaschinen für den Kaffee sind bei den Landfrauen, dem DRK und den Johannitern organisiert, Kuchen und Brote sind bestellt, Chöre proben für ihren Auftritt – das Team um den VfL-Vorsitzenden Dieter Stöcker freut sich schon auf die Gäste, die in der nächsten Woche in die Dansenberghalle kommen. Bei den Kreisseniorentagen sollen sie unterhaltsame Stunden erleben und sich mit Kaffee und Kuchen verwöhnen lassen.

Wie üblich, fahren die Seniorengruppen aus dem Frankenberger Land von Montag bis Freitag nach Waldeck, die Wal-decker sind eine Woche später zu Gast im Hainaer Bürgerhaus, wo der TSV Löhlbach die Bewirtung übernommen hat.

Zum siebten Mal in Adorf

Schon zum siebten Mal nach 1980, 1985, 1989, 1993, 1998 und 2009 sind die Adorfer Sportler die Gastgeber, sie haben also schon einige Erfahrung mit der Organisation. „Es war diesmal schwieriger, genügend Helfer zu finden – aber wir haben ja unseren festen Stamm“, erklärt Stöcker. Alle acht Abteilungen des 925 Mitglieder zählenden Vereins seien eingebunden, betont er. Zweites Problem sei gewesen, Gruppen für das Programm an den Nachmittagen zu gewinnen: Viele Aktive seien schließlich berufstätig. Aber auch diese Herausforderung ließ sich bewältigen. Schon seit dem Juli 2013 bereitet sich der VfL auf die Woche vor.

In der Küche führt wieder Gertrud Bienert die Regie, sie ist bereits seit 1980 dabei. Jeden Tag hat sie rund 30 Frauen im Einsatz. Gegen 12.30 Uhr kommen sie, um Kaffee zu kochen und die 70 bis 80 Brote zu schmieren. Gegen 13 Uhr wird der Kuchen geliefert, der auf den Tischen verteilt werden muss. Und nach dem Servieren geht’s an den Abwasch, das erledigen die Frauen per Hand.

Das VfL-Team hat mit beachtlichen Zahlen zu tun: Insgesamt 2900 Anmeldungen liegen vor, 56 Busse bringen die Senioren nach Adorf, in jedem fahren zwei DRK-Helferinnen mit. 600 bis 650 Gäste füllen jeden Nachmittag die Dansenberghalle, nur am Freitag sind es weniger. Die beiden Diemelseer Bäckereien aus Flechtdorf und Giebringhausen liefern jeden Tag 100 bis 120 Bleche Kuchen, jedes hat 72 Stücke. Auch alle anderen servierten Speisen bezieht der VfL aus der Großgemeinde.

In fünf Industriemaschinen kochen die Frauen den Kaffee, 100 Tassen pro Durchgang schaffen die Geräte. Wenn die Gäste eintreffen, sollen die ersten 600 Tassen in Thermoskannen abgefüllt sein. Dann geht es an den „Nachschub“.

Das sei schon ein Fortschritt im Vergleich zum ersten Mal, erzählt Gertrud Bienert. 1980 hätte sich der VfL große Kessel von der Bundeswehr besorgt, mangels ausreichend großer Filter sei der Kaffee durch Stoffwindeln geseiht worden.

Heute Nachmittag stellen einige Männer die ersten Tische und Stühle auf, wegen einer privaten Feier folgen die restlichen erst morgen Nachmittag. Bis zum Abend sollen alle 100 Tische eingedeckt und die Halle geschmückt sein. Was an Geschirr nicht in der Halle vorrätig ist, haben die Sportler vom THW ausgeliehen. Stöcker hebt auch die unbürokratische Unterstützung der Gemeinde hervor: „Sie hat uns jede Hilfe gewährt.“

Für Bürgermeister Volker Becker eine Ehrensache: Die Tage seien wichtig, dort könnten sich die Senioren austauschen und sich wiedersehen. „Wir freuen uns, dass der Kreis die Tage organisiert.“ Wichtig seien die vielen fleißigen Helfer, ohne die dies nicht zu leisten sei.

Die Organisation der Seniorentage liegt in den Händen von Brigitte Bundis von der Kreisverwaltung, sie hat auch die Musikkapellen gebucht – die Musikvereine aus Ober-Waroldern, Lelbach, Buchenberg und Rhena sowie der Spielmannszug der Adorfer Feuerwehr spielen auf. Das weitere Programm hat der VfL zusammengestellt, die Adorfer Landfrauen sind ebenso beteiligt wie Chöre, die Nachwuchstänzer des VfL oder die Adorfer Landjugend.

Die Sparkasse ermöglicht die Seniorentage seit ihrer Einrichtung 1980 mit einer kräftigen Finanzspritze. „Wir sehen uns in der Verantwortung für die Menschen im Kreis“, sagte der Geschäftsbereichsdirektor Martin Dörflinger gestern. „Die Senioren liegen uns am Herzen“, ihnen sollten erlebnisreiche Tage geboten werden. Becker kündigt noch einen Programmpunkt für die Frankenberger Senioren an: „Und zum Schluss singen wir das Waldecker Lied...“

Von Dr. Karl Schilling

Kommentare