Fünfköpfiges Team bereitet sich auf Finale des hr-Wettkampfs ums „Dollstes Dorf“ Hessens vor

„Vasbecker Flotte entert Hofgeismar“

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„Bereit zum Entern“: das Vasbecker Team für den hr-Wettstreit am Sonntag ums „Dollste Dorf“ Hessens: Kathrin Emde, Ortsvorsteher Albrecht Tobien, Hildegard Plutz-Becker, Michael Bender, Ersatzkandidat Thorsen Heiner, Steffen Luttrup und Antje Kornemann. Der zweite Ersatzkandidat Christian Becker fehlt auf dem Bild.Foto: -sg-

Diemelsee-Vasbeck - „Die Vasbecker Flotte entert Hofgeismar“ - unter dem Motto kämpfen fünf entschlossene Vasbecker am Sonntag um den Titel des „Dollsten Dorfes“ in Hessen. Das Team will den goldenen „Onkel Otto“ erbeuten.

Was hat der Frankfurter Naturforscher Johann Christian Senckenberg gegründet? Wann ist das Vulkangebiet des Vogelsbergs entstanden? Welche sieben Länder grenzen an Hessen? Solche Fragen kann Hildegard Plutz-Becker locker beantworten. Seit Tagen bereitet sie sich auf das Quiz vor: Es ist eine der sechs Aufgaben, die am Sonntag beim Wettstreit des Hessischen Rundfunks um den Titel des „Dollsten Dorfes“ zu bewältigen sind. Beim Hessentag in Hofgeismar kämpfen die vier Finalteilnehmer im „hr-Treff“ morgen ab 18 Uhr um Sieg und Titel.

Drei Mitbewerber

Wie berichtet, war Vasbeck am Donnerstag voriger Woche bei der Abstimmung als Sieger der nordhessischen Dörfer hervorgegangen. Das Team tritt im Finale gegen Bellersheim, Kröftel und Istergiesel an. Die Organisatoren des Hessischen Rundfunks haben Ortsvorsteher Albrecht Tobien mitgeteilt, welche Kandidaten benötigt werden. Er hat danach die Truppe federführend zusammengestellt. Drei Vasbecker agieren bei der Live-Sendung im Zelt, zwei müssen für ein Wasserspiel ins Hofgeismarer Schwimmbad.

Fürs erste Spiel werde „ein kräftiger und sportlicher Mann“ gesucht, „der richtig viel Power in den Armen hat“, schreibt der hr. Prompt erhielt der aus Gembeck stammende Michael Bender einen Anruf von Tobin.

Im zweiten Spiel müsse eine Kandidatin „Treffgenauigkeit beweisen“ - und schon klingelter bei der Handballerin Antje Kornemann das Telefon.

Im dritten Spiel sollen zwei der drei Kandidaten zum Zuge kommen: Sie sollten „Spaß am Quizzen haben und sich in ihrem Heimatland auskennen“. Antje Kornemann und Hildegard Plutz-Becker stellen sich den Fragen. „Ich war schon in der Schule gut in Heimatkunde“, berichtet Plutz-Becker. Seit Pfingsten recherchiert sie über Geschichte, Kultur oder Persönlichkeiten Hessens. Sie hat das „Hessen-Portal“ im Internet durchforstet, sich Fragen aus dem „Hessenquiz“ angeschaut und sich am Mittwoch einige Hessen-Bände aus der Korbacher Stadtbücherei ausgeliehen.

Im vierten Spiel für alle drei Kandidaten sind „eine schnelle Auffassungsgabe und Geistesgegenwart“ gefragt: Es gilt, „Dinge auch in kurzer Zeit gut erklären zu können“.

Dann geht es ins Freibad: „Kampfgeist, Teamgefühl, Mut und Gleichgewichtssinn sind hier gefragt“: Jeweils zwei Teams treten auf Surfbrettern gegeneinander an: Kathrin Emde paddelt, Steffen Luttrup soll auf dem Brett stehend seinen Rivalen ins Wasser stoßen. So übt er seit Tagen auf einem Sitzkissen das Ballancieren, heute wollen die beiden im Walmebad trainieren: „Ein Surfbrett haben wir.“

Zum Abschluss gibt es ein „Überraschungsspiel“, keiner soll vorab wissen, was da auf die vier Teams zukommt.

Für jedes Spiel gibt es Punkte, die von Aufgabe zu Aufgabe ansteigen. Ersatzkandidaten der Vasbecker sind Christian Becker und Thorsten Heiner.

Nur etwa eine Woche bleiben den Vasbeckern für die Vorbereitungen. Da hätten die früher gewählten Dörfer einen Startvorteil, bemerkt Michael Bender: „Die ersten wussten es schon seit drei Wochen und konnten seitdem üben.“ Aber davon lassen sich die Fünf nicht aus der Ruhe bringen.

Der hr hat das Team gestern in der „Hessenschau“ als Piraten vorgestellt, die Hofgeismar entern wollten. Dabei will die „Vasbecker Flotte“ morgen ehrbar siegen. Ob es klappt? „Es kommt, wie es kommt“, sagt Heiner.

Die „Vasbecker Flotte“ kreuzt morgen mit vielen Unterstützern in der Hessentags-Stadt auf. Der vom Ortsbeirat organisierte Bus mit 53 Plätzen ist schon seit Tagen ausgebucht, er startet um 14 Uhr an der Bushaltestelle. Aber viele wollten auch privat nach Hofgeismar fahren, berichtet Tobien. Die Dorfjugend geht ins Schwimmbad, um ihr Mitglied Steffen Luttrup und Kathrin Emde anzufeuern.

Um 16 Uhr muss das Team zur Einweisung im „hr-Treff“ sein, es zieht seine Teamkleidung an, im Zelt wird die Stimmung des Publikums angeheizt. Um 18 Uhr beginnt die im Fernsehen live übertratenen Sendung, Jens Kölker moderiert. Das Spiel im Schwimmbad wird auf einer Leinwand übertragen.

Um 19.30 Uhr soll der Sieger feststehen. Auch der Ortsvorsteher hat seinen Auftritt auf der Bühne - Tobin hofft, dabei die Siegestrophäe in Empfang nehmen zu können.

Gegen 22 Uhr wollen die Vasbecker aus Hofgeismar zurückfahren. Am besten mit dem goldenen „Onkel Otto“ als Beute.

Von Dr. Karl Schilling

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