Festausschuss bereitet erstes Grenzlandfest für zwölf Dörfer im September vor

„Vasbecker Flotte“ ziert neues Wappen

Diemelsee-Vasbeck - Unter dem Motto „Grenzen überwinden - gemeinsam feiern - die Zukunft gestalten“ feiern die Vasbecker Mitte September mit allen Nachbarn ihr Grenzlandfest. Es beschert den Gastgebern zudem ein Dorfwappen.

Ein solches Fest hat es im Dorf noch nie gegeben: Erstmals kommen die Nachbarn der elf umliegenden Dörfer vom 11. bis 13. September in Vasbeck zusammen, um „gemeinsam über alle Grenzen ein Fest zu gestalten und zünftig zu feiern“ - so wirbt der Festausschuss für das Ereignis.

Dem verdankt das Dorf eine weitere Neuerung: Erstmals erhält Vasbeck ein eigenes Wappen. Als der Festausschuss sich Gedanken über Werbeplakate machte, trug es die Wappen der vier beteiligten Kommunen und der Grenzlanddörfer zusammen. Dabei fiel auf: Nur die Vasbecker hatten kein eigenes.

Mehrheit für dritten Entwurf

Also schuf der Festausschuss Abhilfe: In einem Flugblatt an alle Haushalte des Dorfes hat er drei Entwürfe zur Abstimmung vorgelegt. Die Einwohner sollten ihren Favoriten auf einem Coupon ankreuzen. „Die Rückgabequote lag bei 34 Prozent“, berichtet der Sprecher des Festausschusses, Rainer Wetekam. „Die Vasbecker haben mit eindeutiger Mehrheit ihr neues Wappen gewählt.“ Der erste Entwurf erhielt sieben Stimmen, der zweite 25 und der dritte 38.

Dieses Wappen greift das Diemelseer Gemeindewappen auf, nur werden das gelbe Feld mit dem Waldecker Stern und das blaue für die Diemel gespiegelt.

Die Diemelseer Motive werden durch Vasbecker Symbole ersetzt: Auf der blauen Fläche schwimmt ein Segelschiff - eine Anspielung auf die Anekdote von der „Vasbecker Flotte“, die auf die Predigt eines Pfarrer zurückgehen soll. Und ins gelbe Feld ist als Strichzeichnung die neuromanische Kirche montiert, die 1940 im Zweiten Weltkrieg zerstört und bis Sommer 1953 wieder aufgebaut worden ist. Den Schriftzug oben flankieren zwei Waldecker Sterne.

Dieses Wappen soll künftig die neuen Dorfeingangsschilder, andere Werbeträger wie Poloshirts, T-Shirts, Hemden, Aufkleber und auch neue Fahnen zieren. Die neuen Schilder werden noch im Mai gebaut und sollen bis Ende des Monats aufgestellt werden. „Somit glänzt Vasbeck an den vier Ortseingängen mit einem einheitlichen Erscheinungsbild“, erklärt Rainer Wetekam. Werbeflächen für Feste der Vereine würden ebenfalls berücksichtigt.

Für die Feier hat sich die Gesellschaft „Grenzlandfest Vasbeck“ gebildet, die als Veranstalter auftritt. Der Festausschuss besteht aus 15 Leuten, die sich regelmäßig zu Sitzungen treffen. Seit Oktober sind sie mit den Planungen beschäftigt. Bei zwei Sitzungen im vorigen November und im März haben sie mit den westfälischen Ortsbürgermeistern und hessischen Ortsvorstehern der zwölf Dörfer und mit Vertretern der Städte und Gemeinden Marsberg, Diemelsee, Bad Arolsen und Twistetal die Organisation besprochen und Wünsche und Anregungen zur Zusammenarbeit erörtert.

Grenze soll aus den Köpfen

Als Motivation fürs Fest nennt Rainer Wetekam eine Reihe von Punkten. Zunächst solle die Grenze zwischen Waldeck und Westfalen aus den Köpfen verschwinden, stattdessen sollten die Beziehungen zu den Nachbardörfern gestärkt werden. Sie sollten gemeinsam Herausforderungen angehen und sich Ziele stecken. Und sie sollten gemeinsam in die Zukunft gehen, ob es die Zusammenarbeit der Feuerwehren oder anderer Vereine ist oder private Freundschaft über Grenzen hinweg.

Das Fest solle aber auch zeigen: „Wir können gemeinsam etwas bewegen und erreichen“, erläutert Wetekam. Es solle alte Kontakte wieder aufleben lassen, neue sollten geknüpft werden. Die Besucher sollten interessante Menschen kennenlernen, die „um die Ecke wohnen“. Das Fest solle zudem die Dorfgemeinschaft fördern - auch die ehemaligen Vasbecker sind einladen. Und schließlich sollten alle einfach nur gemeinsam feiern und Spaß haben.

Bereits für den Mittwoch, 10. Juni, planen die Vasbecker als Auftakt einen Vortrag über die Grenze zwischen Waldeck und Westfalen. Der Referent ist der wohl beste Kenner der waldeckischen Grenzen und der historischen Grenzsteine, Konrad Waldeyer aus Warburg. Beginn ist um 19 Uhr in der Walmehalle. Anschließend werden noch Bilder und ein Film über das große Vasbecker Dorffest 25 Jahre nach der Halleneinweihung und das 150-jährige Bestehen der „Vasbecker Flotte“ aus dem Jahre 2006 gezeigt.

Fürs Fest im September hat die Europaabgeordnete Martina Werner aus Kassel hat die Schirmherrschaft übernommen, die Sozialdemokratin ist am Freitag Abend zu Gast beim Festakt. Zum Fest haben sich auch Fernsehteams des WDR und HR angekündigt.(r/-sg-)

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