Bürgermeisterkandidaten im Porträt: Volker König

Von Verantwortung und Heimatliebe

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„Hier liegen die Wurzeln der Gemeinde und hier liegen auch meine Wurzeln“: Bürgermeisterkandidat Volker König und seine Frau Susanne vor der Bergkirche in Thalitter.

Vöhl - Er war Klassensprecher, Jahrgangssprecher und Ortsvorsteher: Jetzt will Volker König aus Ederbringhausen Bürgermeister werden. Er sei ein Typ, der gerne Verantwortung übernehme, erzählt er. WLZ-FZ trafen sich mit ihm an einem seiner liebsten Plätze in der Gemeinde: in der Bergkirche Thalitter.

Auch nach den vielen Jahren blickt er sich noch staunend um, wenn er die kleine Bergkirche in Thalitter betritt. „Hier bin ich getauft worden“, sagt Volker König und streicht andächtig über den kalten Stein des Taufbeckens. Und dann deutet er auf die erste Stuhlreihe: „Und hier habe ich gesessen, als ich konfirmiert wurde.“ Es sind seine Wurzeln, die hier liegen. In Thalitter wuchs Volker König auf, hier verbrachte er seine Kindheit.

Sinn für Heimatgeschichte

Aber Thalitter sei eben auch die Kernzelle der Herrschaft Itter, ergänzt er dann. Und auch deswegen kehrt er gerne an diesen Ort zurück. „Hier ist meine Heimatliebe überhaupt erst gewachsen“, sagt er. Und mit Heimatliebe verbindet er eben auch jene Leidenschaft, die seine Bücherregale zu Hause in Ederbringhausen füllt und seine Frau Susanne manchmal zur Verzweiflung treibt: die Heimatgeschichte. Mit zehn Jahren bekam er sein erstes Buch über Ritter geschenkt und da fing der Junge Feuer. „Nach kurzer Zeit kannte ich alles auswendig“, sagt er, „und dann begann ich, mich mit der eigenen Heimatgeschichte zu befassen.“

Als er mit der Jugendfeuerwehr auf der Itterburg Ausgrabungen unternahm, da folgte er diesem Ruf weiter, der ihn Seite für Seite in alten Aufsätzen stöbern und durch die heimischen Wälder streifen ließ. Und er entdeckte: „Meine eigene Heimat hat eine spannende Geschichte, die zu erzählen sich lohnt.“ Viel später würde er den Geschichtsverein Itter-Hessenstein gründen und leiten, aber das ahnte Volker König damals nicht. Stattdessen folgte er einem anderen Traum: „Seit der Entführung des Flugzeugs in Mogadischu 1977 wollte ich zur GSG 9“, erzählt er. Und so schickte er nach der Schule genau eine Bewerbung los und die ging an den Bundesgrenzschutz. Er wurde genommen und machte seine Ausbildung zum Polizeibeamten. „Danach war ich älter, hatte Familie, da verlor ich die GSG9 aus dem Blick“, sagt er. Stattdessen blieb er beim Bundesgrenzschutz, wechselte 1991 von Bad Hersfeld nach Frankfurt und zog zurück nach Dorfitter.

Roter Faden

„Ich hatte nie Heimweh gehabt“, sagt er, „aber die Liebe zu meiner Heimat hatte ich auch nie verloren.“ Bis 2009 war König Dienstgruppenleiter in Frankenberg, seit vier Jahren ist er Pressesprecher der Polizei in Waldeck-Frankenberg.

Damals kehrte er nicht nur in den Landkreis, sondern auch ins heimische Vereinsleben zurück. Hatte er vor seiner Ausbildung für den SV Herzhausen und die LG Conti Waldeck Erfolge auf der 800- und 1000-Meter-Strecke geholt, verlegte er sich nach seiner Rückkehr auf andere Schwerpunkte.

„Eigentlich wurde ich Mitglied in beinahe allen Vereinen in Dorfitter“, sagt der Vater von Zwillingssöhnen schmunzelnd, „von der Feuerwehr bis zum Heimatverein.“ Das sei eben sein Wesenstyp. „Ich möchte mich für die Allgemeinheit engagieren und Verantwortung übernehmen“, sagt er. Und deswegen stellt er sich nun auch zur Wahl des Bürgermeisters in Vöhl. „Ich war Klassensprecher und dann Jahrgangsstufensprecher, Jugendsprecher bei der Gewerkschaft und schließlich Ortsvorsteher in Dorfitter“, erzählt er, „das ist mein roter Faden.“ Und apropos rot: Vor zwölf Jahren trat Volker in die SPD ein. Ein Jahr später begann sein Einsatz in der Kommunalpolitik, im Gemeindeparlament und den Ausschüssen - da hatte er sein Verwaltungsstudium an der Fachhochschule bereits erfolgreich abgeschlossen.

Von der Itter bis zur Eder

„Aber hierbei geht es mir nicht um Parteipolitik“, sagt er, „hierbei geht es mir darum, ein Bürgermeister für alle Vöhler zu werden.“ Und dass die Menschen im Süden zuweilen ganz anders ticken als im Norden, das weiß er auch - schließlich kennt kaum einer die Geschichten der alten Grenzen zwischen Norden und Süden besser als der Geschichtsfreund. „Außerdem bin ich in Thalitter geboren, habe viele Jahre in Dorfitter verbracht und lebe seit sechs Jahren gemeinsam mit meiner Frau in Ederbringhausen“, sagt er, „da kenne ich die Befindlichkeiten der Menschen.“

Wahlforum

Wie sehen die Kandidaten die Zukunft der Gemeinde? Welche Vorstellungen haben Sie für Tourismus, Landwirtschaft und Kindergärten, für das Vereinsleben, die Sanierung des Haushalts oder den Platzmangel im Rathaus?

Am 8. Mai laden die Waldeckische Landeszeitung und die Frankenberger Zeitung zum Wahlforum in die Henkelhalle ein. Ab 19.30 Uhr stellen sich Bianca Steinkamp, Matthias Stappert und Volker König den Fragen von Chefredakteur Jörg Kleine und von Redakteurin Theresa Demski.

Und auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, bekommen im Laufe des Wahlforums die Möglichkeit, Ihre Fragen zu stellen, damit Sie am 9. Juni entschlossen und informiert zur Wahlurne gehen können. Der Eintritt ist frei. Einlass ist um 19 Uhr. Wir freuen uns auf Ihr Kommen. (resa)

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