Gebäude am Ziegelgrund wird verkauft · Logistisches Zentrum bleibt in Korbach

Ora verlagert Hauptsitz nach Kassel

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Korbach - Ora International 
verlagert seine Zentrale von Korbach nach Kassel. Das Hilfswerk will sein 
Gebäude am Ziegelgrund verkaufen und künftig nur noch mit einem 
Büro und Lager in der 
Kreisstadt vertreten sein.

„Wir planen, die Immobilie zu verkaufen“, erklärte 
Matthias Floreck, der im April 2011 den Vorsitz des Vereins übernommen hat, gestern auf Nachfrage der WLZ-FZ. Hintergrund sei eine strategische Neuausrichtung der christlich 
geprägten Hilfsorganisation, 
 die den Bereich des „Social Business“ ausbauen will. Dabei investieren Firmen und Großspender in den Bereich der 
Entwicklungshilfe durch Gründung kleiner Geschäftsbetriebe, die ganzen Dorfgemeinschaften, beispielsweise in Afrika, zu einer dauerhaften Lebensverbesserung verhelfen.

Ora International erhofft sich, im Umkreis von Kassel weitere Unterstützer für diese 
Arbeit zu finden. Dazu wird ein Büro mit zehn bis elf Mitarbeitern ausgebaut. „Die Erweiterung nach Kassel ist aber keine Entscheidung gegen den Standort Korbach“, so Floreck. Man fühle sich weiterhin als Korbacher Hilfswerk heimisch.

Von der Kreisstadt aus sollen wie bisher die rund 30 Transporte mit Hilfsgütern verschiedener Art jährlich in mehrere Projektländer versendet werden. Auch die alljährliche Weihnachtsak-tion „Ein Päckchen der Freude verschenken“, die von den Korbacher Bürgerinnen und Bürger unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Klaus Friedrich seit fünf Jahren unterstützt wird, soll wie bisher in Korbach stattfinden. Auch die Schulranzenktion im August jedes Jahres sowie Informationsveranstaltungen über Themen rund um die Entwicklungszusammenarbeit wird ora international weiterhin in Korbach anbieten, wo die Hilfsorganisation künftig mit nur noch zwei bis drei 
 Mitarbeitern verbleiben will.

„Insgesamt werden wir vier bis fünf Planstellen abbauen“, sagte Floreck. Die Neuausrichtung soll voraussichtlich im kommenden Jahr umgesetzt werden. Gerüchte, dass Ora sich in finanziellen Schwierigkeiten befinde, wies der Vereinsvorsitzende zurück: „Wir haben keinen Spendeneinbruch.“

Das vor 31 Jahren gegründete gemeinnützige Werk weise ein Spendenvolumen von jährlich rund 6,4 Millionen Euro auf. Neben der Entwicklungshilfe bleiben laut Floreck die Kinderpatenschaften und die Katastrophenhilfe ein fester Bestandteil der Arbeit.Seit knapp zehn Jahren hat Ora seine Zentrale in Korbach: Nachdem die Fensterbau-Firma Winowa Bauelemente Ende 2002 den Geschäftsbetrieb eingestellt hatte, erwarb Ora (damals: Deutscher Hilfsfonds) den Gebäudekomplex im Korbacher Gewerbegebiet am Ziegelgrund, verlagerte Anfang 2003 die Zentrale von der alten Schule in Lelbach in die Kernstadt und führte dort zuvor im Waldecker Land verteilte Lager und Geschäftsräume zusammen.

Der Kauf der Winowa-Immobilie hatte sich damals für die Hilfsorganisation als günstiger als ein zuvor 
geplanter Neubau erwiesen. (lb)

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