Winterberg

Vermisstensuche: Ohne Schuh im hüfthohen Schnee

- Winterberg. Nach anderthalbstündiger nächtlicher Suche hat die Polizei am frühen Dienstagmorgen einen 24-jährigen Holländer im Wald bei Winterberg gefunden und ins Krankenhaus gebracht.

Der junge Mann wählte gegen 4:15 Uhr den Polizeinotruf und gab an, er habe sich nach einem Kneipenbesuch in Winterberg verlaufen und sei irgendwo im Wald. Seinen Angaben zufolge steckte er im Schnee fest und hatte seine Schuhe verloren. Einziger Anhaltspunkt war seine Aussage, er sei in der Nähe einer Skipiste.

Die Polizei suchte deshalb zunächst im Bereich „Kappe“ und schaltete in der Nähe der Sprungschanze das Blaulicht ein, um dem Mann einen Orientierungspunkt zu geben. Die Suchkräfte vor Ort standen mittlerweile im Handykontakt mit dem Verirrten. Der konnte aber weit und breit kein Blaulicht sehen. Eine Handy-Ortung gestaltete sich auch als schwierig, da es sich um ein niederländisches Handy handelte.

Die Leitstelle forderte gegen fünf Uhr zur Unterstützung der Suche einen Polizeihubschrauber an. Die suchenden Polizisten ermittelten zwischenzeitlich, dass sich der Verirrte vermutlich im Bereich zwischen Winterberg und Elkeringhausen befand, also genau in entgegengesetzter Richtung. Der 24-Jährige wurde bei Eintreffen des Hubschraubers angewiesen, das Display seines Handys zwecks besserer Erkennbarkeit gen Himmel zu halten und mit dem Handy zu winken.

Die Hubschrauberbesatzung 
machte den verirrten Holländer schließlich gegen 5:40 Uhr im Waldgebiet „Bodensee“ zwischen Winterberg und Elkeringhausen aus. Die fliegenden Polizisten lotsten ihre Kollegen am Boden zu dem Hilfesuchenden. Die Beamten mussten selbst durch hüfthohen Schnee stapfen, um den völlig entkräfteten, unterkühlten Mann aus seiner Lage zu befreien. Er selbst konnte sich eigenständig nicht mehr fortbewegen und hatte tatsächlich nur noch einen Turnschuh an. (r)

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