Steuerpolitik: DGB mit "Reichtumsuhr" in der Korbacher Fußgängerzone

Vermögen in Deutschland gerechter verteilen

- Korbach (jk). Mehr als 7,5 Billionen Euro privates Vermögen gibt es in Deutschland. Mit einer symbolischen "Reichtumsuhr" fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine gerechtere Verteilung in der Gesellschaft. "FAIRteiler" heißt die Devise.

"Es gibt genügend Geld in Deutschland", zeigt Holger Kindler in der Korbacher Fußgängerzone am Samstagmorgen auf eine elektronische Anzeigentafel. In roten Ziffern steht oben die für viele Menschen unfassbare Zahl von 7,5 Billionen Euro. Die zeigt nach Berechnungen der Hans-Böckler-Stiftung das private Nettovermögen deutscher Haushalte. Eine Zahl mit 12 Nullen, eine Summe, die mehr als dreimal so hoch ist wie die gesamte öffentliche Verschuldung in Deutschland. Was Kindler kritisiert: Über die Hälfte des Nettovermögens konzentriert sich auf die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung. Dagegen haben die ärmsten zehn Prozent in Deutschland nichts als Schulden, erklärt der DGB-Sekretär in Waldeck-Frankenberg - über 16 Milliarden Euro. Analog zur bekannten "Schuldenuhr" des Steuerzahlerbundes hat der DGB die "Reichtumsuhr" konzipiert. Damit fordert der DGB symbolisch eine gerechtere Verteilung zugunsten der niedrigen Einkommensgruppen in Deutschland. Die "Reichtumsuhr" gibt es in Frankfurt am Main bereits seit anderthalb Jahren, in Waldeck-Frankenberg war die kleinere Version gestern erstmals präsent. Bis zur Bundestagswahl im Herbst 2013 ist der DGB mit der Reichtumsuhr in Hessen und Thüringen unterwegs, um seine politischen Forderungen zu untermauern: Wiedereinführung einer Vermögensteuer in Deutschland, Änderungen bei der Erbschaftsteuer für besonders große Vermögen.

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