Continental veranstaltet für 130 Auszubildende den Aktionstag „Junge Fahrer“

Mit Verstand statt Promille

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Korbach - Zehn Menschen starben im vergangenen Jahr auf den Straßen in Waldeck-Frankenberg. Insgesamt 3687 Unfälle zählte die Polizei. Continental will ihre Auszubildenden für die Probleme im Straßenverkehr sensibilisieren und verpflichtet sie deshalb zum Aktionstag „Junge Fahrer“.

Motorengeheul schallt durch die Flure der Beruflichen Schulen. Im Motorradsitz legt sich ein junger Mann engagiert in die Kurve. Was unter dem Dach der Schule erst ungewöhnlich klingt, entpuppt sich aber schließlich als ausgesprochen lehrreich. Denn beim Aktionstag „Junge Fahrer“, zu dem Continental ihre 130 Auszubildenden eingeladen hat, sollen die jungen Leute fürs Leben lernen - und dazu gehört eben auch die Simulation einer Motorradfahrt.

„Über die Berufsausbildung hinaus wollen wir unsere Auszubildenden auf das Leben vorbereiten“, erklärt Dr. Thomas Fölsch, Ausbildungsleiter bei Continental. Und deswegen verpflichtet das Werk seine Azubis zu Aktionstagen rund um die Themen Alkoholmissbrauch, Bewegung und Ernährung, Computersucht und Verkehrsprävention. Letzteres steht gestern Morgen auf dem Stundenplan. „Wir leben in einer Region, in der es viele Landstraßen und damit auch viele schlimme Unfälle gibt“, sagt Fölsch. Um die jungen Leute auf die Gefahren hinzuweisen und ihnen Instrumente zum Schutz an die Hand zu geben, sei der Aktionstag so wichtig.

Werksleiter Lothar Salokat schwört die Jugendlichen am Morgen während einer berührenden Ansprache auf die Wichtigkeit des Themas ein. Und auch während des Tages ist die Betroffenheit bei den jungen Azubis oft groß. „Wir hoffen, dass wir sie so zum Nachdenken bringen können“, sagt Fölsch. So berichtet Bernd Warnecke vom Deutschen Roten Kreuz von schweren Einsätzen und gibt den Azubis einen Einblick in den oft bedrückenden Arbeitsalltag eines Rettungsassistenten. Er führt ihnen die Wucht eines explodierenden Airbags vor und gibt dann Tipps zum Verhalten am Unfallort.

Praxis statt Theorie

Eigene Erfahrungen haben die jungen Conti-Mitarbeiter bereits beim Stationenlauf gesammelt, zu dem die Verkehrswacht eingeladen hat. „Wir kommen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger“, erklärt Ferdinand Hagenbach von der Verkehrswacht, „durch eigenes Erleben sollen die jungen Leute auf Notsituationen vorbereitet und vor Alkohol am Steuer gewarnt werden.“ Und das bedeutet, dass die rund 90 teilnehmenden Azubis an sieben Stationen zum Ausprobieren eingeladen sind - von der Motorrad- und Autosimulation über den Gurtschlitten bis zur Überschlagmaschine, dem Rauschbrillenparcours, einem Vortrag über Alkohol im Straßenverkehr und Seh- und Reaktionstests.

Für den Aktionstag verzichtete die Conti gestern auf ihre Auszubildenden im Werk und schrieb außerdem bei einem Quiz ein Fahrsicherheitstraining für 24 Azubis als Preis aus. Fölsch ist sicher: „Eine Investition, die sich lohnt“.

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