Bauernverband und Jagdgenossenschaft bieten auf ihrem „Grünen Pfad“ in Vöhl Lehrstunde in der Natur

Verstehen, was auf dem Feld geschieht

+
Mit der ersten Besuchergruppe unterwegs auf dem Grünen Pfad in Vöhl: Am Freitag führten Manuel Bock, Matthias Kesper und Daniel Thomas Kollegen aus der Landwirtschaft und Einheimische über Feld und Wiese.Foto: Theresa Demski

Vöhl - Er ist rund vier Kilometer lang, führt durch Feld und Wiese und will beim Verstehen helfen: Der Grüne Pfad in Vöhl lädt seit vergangener Woche Klassen und Gruppen ein, die heimische Landwirtschaft zu hinterfragen.

In der Ferne auf dem Feld fährt ein Traktor? Was macht der da schon wieder? War der nicht erste vergangene Woche dort bei der Arbeit? „Viele Menschen verstehen nicht mehr, was sie sehen“, sagt Daniel Thomas. Der Bauernverband Frankenberg und die Jagdgenossenschaft Vöhl-Asel wollen das ändern und die Verbindung zwischen Mensch und Natur stärken. Deswegen haben sie in Vöhl einen Grünen Pfad angelegt, der durch Feld und Wiese führt und den Menschen dabei von der Arbeit der Landwirte erzählt.

Vom Mais bis zur Kartoffel

„Wir wünschen uns, dass die Menschen in den Dörfern wieder wissen, was auf den Feldern angebaut wird und wie die Arbeit der Landwirte aussieht“, sagt Daniel Thomas von der Jagdgenossenschaft, „wir wollen erklären, was wir wann bearbeiten und was aus der Ernte wird.“ Und eben das will der „Grüne Pfad“ vermitteln. Ab sofort können Schulklassen und Gruppen einen Ausflug durchs Feld buchen - kostenlos. Zum Startschuss der Aktion machten sich am Freitagabend Vertreter von Bauernverband und Jagdgenossenschaft mit interessierten Bürgern zum ersten Mal auf den Weg durchs Feld. Kreislandwirt Fritz Schäfer gab dabei ebenso Einblick in seine Arbeit wie die Landwirte Manuel Bock und Matthias Kesper.

Der Weg beginnt mit dem Mais - Infoschilder markieren die Strecke. „Der verträgt keine Konkurrenz“, erklärt Fritz Schäfer. Am Feld, das gleich am Grünen Pfad liegt, testet der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen verschiedene Maissorten. Auch darauf werden die Gruppen hingewiesen - Kinder können per Schnitzeljagd auf Entdeckungstour gehen.

Weiter gehts mit dem Roggen: „Der ist hier gar nicht so weit verbreitet“, erklärt Manuel Bock, „aber er ist pflegeleicht und kommt auch mit schwächeren Böden zurecht.“ Was aus ihm wird? Brot oder Viehfutter. Deswegen schwankt auch der Markt: „In Europa essen eben nur die Deutschen Graubrot“, sagt Bock. Vom empfindlichen Hafer über den Raps, die „Pommes aus der Unterwelt“, also der Kartoffel bis hin zur Sommergerste, Weizen und Grünland reicht die Vielfalt des Weges - auch Biogetreide wächst am Grünen Pfad.

Antworten finden

Wann wird gesäht? Wann wird geerntet? Wer hilft wo mit Chemikalien nach und warum? Kinder und Jugendliche sollen auf diese Fragen ebenso Antworten bekommen wie interessierte Erwachsene, wünscht sich Daniel Thomas. „Und wir möchten, dass die Menschen so die Vielfalt in ihrer Umgebung wahrnehmen“, ergänzt er.

Für Erzieherinnen bietet die Jagdgenossenschaft in diesen Tagen eine kleine Schulung an, auch Urlaubsgruppen sind eingeladen, sich für eine Tour auf dem vier Kilometer langen Pfad anzumelden - die dürfte zufuß rund zwei Stunden dauern, mit dem Planwagen kürzer.

Anmeldungen für die Tour sind bei Daniel Thomas unter Telefon 0170/8323853 möglich.

Von Theresa Demski

Kommentare