Nachmittagsbetreuung im Kindergarten Dorfitter wird eingestellt ein

Verträge mit Eltern schließen

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Die Gemeindevertretung hat sich für das Ende der Nachmittagsbetreuung im Kindergarten Dorfitter ausgesprochen, Schmittlotheim und Vöhl werden vorerst für ein Jahr verlängert.Foto: dpa

Vöhl - Weil die Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten der Großgemeinde Vöhl nicht so stark nachgefragt wird wie erhofft, streichen die Parlamentarier das Angebot in Dorfitter - und verlängern in Schmittlotheim und Vöhl vorerst für ein Jahr.

Eine Nachmittagsbetreuung für alle vier Kindergärten in der Großgemeinde Vöhl richteten die Parlamentarier im vergangenen Jahr ein. Nachdem das Pilotprojekt in Marienhagen bereits im Vorjahr großen Erfolg gezeigt hatte, sollten auch Eltern in Vöhl, Dorfitter und Schmittlotheim die Möglichkeit bekommen, ihre Kinder am Nachmittag betreuen zu lassen - um so, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können.

Kooperation mit Schule?

Dann geschah aber Unerwartetes: In den Kindergärten in Vöhl und Dorfitter kamen nur durchschnittlich zwei Kinder am Nachmittag. „Aus wirtschaftlicher Sicht können wir das Angebot nicht weiter aufrechterhalten“, erklärte Bürgermeister Matthias Stappert im Mai in der Sitzung der Gemeindevertretung. Auch die Kinderbetreuung am Nachmittag in Schmittlotheim wackelte. Am Montagabend stand nun die Entscheidung in der Sitzung der Gemeindevertretung an: „Die Elternbeiräte der Kindergärten in Schmittlotheim und Vöhl sind mit der Bitte an die Gemeinde herangetreten, die Nachmittagsbetreuung noch nicht zu beenden“, berichtete Karl-Heinz Stadtler. In Schmittlotheim würden vier verbindliche Anmeldungen vorliegen, fünf weitere Kinder sollen ab September betreut werden. Mit zehn Kindern würde sich das Angebot rechnen.

Die Eltern in Vöhl machten unterdessen einen anderen Vorschlag: Es könne eine Kooperation mit der Grundschule geschlossen werden.

Die Gemeindevertreter hörten zu und handelten: Am Montag beschlossen sie nun die Einstellung des Nachmittagsangebotes im Kindergarten Dorfitter. Die Entwicklung in Schmittlotheim und Vöhl soll ein weiteres Jahr lang beobachtet werden. Während Heinrich Heidel (FDP) für eine Zusammenarbeit von Kindergarten und Schule plädierte („Wir könnten ein Pilotprojekt starten und kleine und große Kinder auf Zeit gemeinsam betreuen“), war Gerhard Henkel von den Grünen eher skeptisch. „Schulkinder brauchen eine ganz andere Förderung, als Kindergartenkinder“, befand er. Eine Lösung wird mit dem Landkreis erarbeitet werden müssen.

Verbindliche Anmeldung

Um die Nachmittagsbetreuung in der Großgemeinde künftig langfristig absichern zu können, soll ein neues Anmeldesystem eingerichtet werden: „Eltern brauchen Planungssicherheit“, betonte Karsten Kalhöfer (SPD), „sie müssen sich auf ihre Gemeinde verlassen können“. Hermann Kubat von der CDU konterte: „Die Gemeinde braucht auch Planungssicherheit, junge Familien haben auch eine Bringschuld“. Verbindliche Anmeldung durch Verträge sollen das aktuelle Modell ablösen. Bisher können Eltern kurzfristig entscheiden, ob sie ihre Kinder auch nachmittags betreuen lassen wollen. Diese Möglichkeit soll es künftig nicht mehr geben.

Mit rund 600000 Euro beziffert Jochen Dohl (FWG) den Zuschussbedarf im Kindergartenbereich. „Das ist uns die Zukunft wert“, befand er, „aber wir müssen jetzt dringend diese verbindlichen Verträge schließen“. Auch Karsten Kalhöfer betonte die Wichtigkeit, junge Familien in der Gemeinde zu unterstützen und kritisierte das Land, das zu wenig Geld zur Verfügung stelle. „Sollte es in Dorfitter in der Zukunft eine größere Nachfrage geben müssen wir flexibel genug sein, dort auch wieder eine Nachmittagsbetreuung anzubieten“, forderte er seine Kollegen der Gemeindevertretung auf.

Von Theresa Demski

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