Korbacher Klaus Eckhardt ist wohlbehalten vom Einsatz in Uganda zurück

Viel schneller am Ziel als erwartet

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Mit Spenden aus Korbach schaffte Klaus Eckhardt einen Motor für die Kreissäge in der Schreinerei an – jetzt kann dort mit der Maschine wieder gearbeitet werden.

Korbach/Tororo - Arbeit im ugandischen Tororo gibt es für Jahre, doch einen Grundstein hat der Korbacher Klaus Eckhardt als Senior-Experte schon innerhalb von vier Wochen gelegt.

Klaus Eckhardt war vom Senior-Experten-Service (SES) nach Uganda angefragt worden (siehe Hintergrund) und machte sich Anfang November auf den Weg in das ostafrikanische Land. Im Kloster des Erzbistums in Tororo stellte ihm sein Auftraggeber, der Erzbischof, ein einfaches Zimmer und Essen zur Verfügung - und schon bald zeigte sich, dass anstatt der geplanten drei Monate auch vier Wochen genügten: Die Ugander machen sich bereits ab Ende November für das Weihnachtsfest auf den oft beschwerlichen Weg zu ihren Stammfamilien und kehren erst Ende Januar aus dem Weihnachtsurlaub zurück. Daran gibt es auch nichts zu rütteln. Außerdem erreichte Klaus Eckhardt zusammen mit den heimischen Arbeiten in vier Wochen deutlich mehr als erwartet - was auch den Spenden zu verdanken war, die großzügige Korbacher ihm für das Tororo-Projekt anvertraut hatten.

Nützliche Spenden

„Ohne das Geld hätte dort nichts bewegt werden können“, sagt Klaus Eckhardt und dankt den Spendern für ihre Gaben: 3500 Euro kamen nach dem Aufruf in der Waldeckischen Landeszeitung zusammen. Da er insgesamt 46 Kilogramm Gepäck mitnehmen durfte, erstand Eckhardt einige Werkzeuge bereits in Deutschland, das meiste aber kaufte er in Tororo, wo ihm nach Inspektionen schnell klar wurde, was er und seine Helfer besonders brauchten: Wassertanks, Motoren, Schutzbrillen, weiteres Werkzeug.

„Nach einem Gespräch mit dem Erzbischof und Pastoren aus Verwaltung und sechs Kirchengemeinden begutachteten wir alle Gebäude im Erzbistum, stellten eine Liste der wichtigsten Arbeiten auf und baten verschiedene Bauunternehmer um Kostenvorschläge“, erklärt Klaus Eckhardt das Prozedere. Er überprüfte Baubeschreibungen und Abrechnungen, ermittelte die ortsüblichen Preise - und stellte fest, dass der Bischof bislang immer bis zu einem Fünftel mehr gezahlt hat, als notwendig gewesen wäre. Also überprüfte Eckhardt alle geplanten Bauvorhaben, um die Kosten klein zu halten - und kappte manchen Wunsch. „Einem Pastor haben wir einen Kirchturm und überdimensionierte Säulen und Türme ausgeredet. Den Bau eines Schulungszentrums, das halbfertig da steht, haben wir aus Kostengründen wegen Überdimensionierung eingestellt. Außerdem haben wir in allen sechs Gemeinden auf schnelle Renovierungsarbeiten gedrängt, um die Folgekosten möglichst gering zu halten“, erklärt der Experte, zu dessen Aufgaben damit nicht nur handwerkliche Lehre, sondern auch diplomatisches Geschick gehörte.

Praktischer Nutzen

Praktisch sei viel zu tun gewesen, um kleinere Schäden zu beheben und größere zu verhindern, erklärt der Ingenieur: „Alle Kirchengebäude haben wir von Grünbewuchs befreit und die Fundamente zum Teil saniert. Renovierungsarbeiten haben wir gemeinsam durchgerechnet und begonnen. Außerdem haben wir die Tischlerei des Erzbischofs, in der vier Männer arbeiten, wieder flott gemacht, in dem wir mit den Spenden einen neuen Motor für die Säge und Werkzeuge gekauft haben“, zählt Eckhardt auf. Die Arbeit dort klappe gut. „Auch zwei Elektriker haben wir mit Werkzeugen versehen, sie verstehen ihr Handwerk“, sagt der Korbacher. Wichtig war auch der Bau von Öfen und eine Schulung zum Anbringen einfacher, aber effektiver Schnürgerüste zum Bau von Häuser und Wänden. „Die Ugander bauen schon mal nach dem Daumen.

Was krumm ist, wird mit Putz ausgeglichen. Das ist wenig effektiv und viel zu teuer - und das wird jetzt besser.“ Wasserbehälter aus Asbestzement wurden durch Tanks aus Plastik ersetzt. In dunkle Küchen baute er mit den Männern einfache Fenster und nicht rostende Fliegengitter ein - alles kleine, aber effektive Verbesserungen, die in diesem Fall bei den Frauen viel Beifall fanden.

Klaus Eckhardt hat Tororo mit dem Eindruck verlassen, „dass mit der Zusammenarbeit ein Grundstein zur Weiterentwicklung gelegt werden konnte“. Was die Handwerker vor Ort umsetzen könnten, sei allerdings auch eine Frage des Geldes, sagt er - oder vielmehr seiner Umverteilung: Korruption sei alltäglich in dem 35 Millionen-Einwohner-Land, das allein rund sechs Dutzend Minister in der Regierung unterhalten muss.

Hintergrund

Der Senior-Experten-Service (SES) ist eine Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit. Die Organisation fragte den 64-jährige Korbacher Klaus Eckhardt für einen Einsatz in Uganda an, denn von 1989 bis 2005 arbeitete der gelernte Maurer und Diplom-Ingenieur als Leiter von Bundeswehr-Beratergruppen in der Ausbildung und Entwicklungshilfe in westafrikanischen Ländern.

Über die SES hatte er im Herbst 2012 vom katholischen Erzbistum den Auftrag erhalten, die Sozial-, Verwaltungs- und Gemeindehäuser rund um die Uganda Martyrs Cathedral zu sanieren – und dabei den ortsansässigen Arbeitern in handwerklichen Standards zu qualifizieren, damit sie die Häuser selbst sanieren und sich ein Zubrot verdienen können (wir berichteten).

Uganda ist ein fruchtbares, grünes Land mit schlechter Infrastruktur; in Monokulturen wird Reis, Zucker, Mais und Baumwolle angebaut. Viele Inder leben in Uganda, sie gehören dort zur Oberschicht, erklärt Klaus Eckhardt. (md)

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