Neu im Conti Konzernvorstand: Personalchefin Elke Strathmann besucht Korbach

Vielseitigkeit macht Korbach einmalig

Korbach - Sie ist Personalchefin für 170.000 Beschäftigte weltweit und erste Frau im Konzernvorstand – Contis neue Arbeitsdirektorin Elke Strathmann. Am Montag besuchte Strathmann das Werk in Korbach.

Conti-Leute reden nicht lange um den heißen Brei. Die Sprache ist direkt, meist freundschaftlich, mitunter hemdsärmelig – und nicht selten mit Schalk im Nacken: „Vorstände haben wir ja nicht so häufig in Korbach. Wir haben Frau Strathmann schon früh eingeladen, damit wir sie frühzeitig prägen können“, eröffnet der Korbacher Betriebsratschef Jörg Schönfelder.

Elke Strathmann nimmt das gelassen: „In Hannover haben wir ohnehin eine gewisse Gummilastigkeit“, antwortet die neue Personalchefin des Konzerns munter – und fühlt sich im Umfeld von Reifen- und Schlauchproduktion offensichtlich wohl.

Hochwertige Pkw-Reifen, Deutschlands einziges Fahrradreifenwerk, Motorradreifen, Industriereifen, dazu Europas größte Schlauchfabrik bei ContiTech an einem Standort – „das macht Korbach wirklich einmalig“, resümiert Elke Strathmann.

Von Nestlé zu Continental

Ende September 2011 verkündete Contis Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle die neue Struktur im Vorstand der Continental AG (Hannover), Anfang Januar 2012 stieg die neue Personalchefin dann bei Conti ein. Nahrungsmittel und Konsumgüter bei der Nestlé Deutschland AG tauschte sie mit dem Reich des schwarzen Goldes aus Kautschuk.

Werke in Deutschland, China, Brasilien, Mexiko, USA und Korea hat sie seither besucht, denn der Continental-Konzern ist auf allen Kontinenten auch stark vertreten. Und Conti wächst stetig weiter. Aus Sicht der Personalentwicklung sind demographischer Wandel, Gestaltung der Arbeitsplätze, Kompetenztraining für Auszubildende bis Manager und „Werte“ wichtige Themen. „Vertrauen“, „Gewinnermentalität“, „Freiheiten“, „füreinander einstehen“ nennt Strathmann als Leitfäden, um Conti weltweit mehr Stärke zu verleihen als den Wettbewerbern.

Inhaltlich möchte sie das im Wechselspiel mit Betriebsräten und Belegschaften weiter ausbauen. Das ist wahrlich kein einfacher Job, denn „Werte“ sind schließlich stets auch eine Frage des Kulturkreises. So kann die Interpretation von Werten in Deutschland, den USA, Brasilien oder China höchst unterschiedlich sein – um am Ende einen gemeinsamen Conti-Teamgeist zu pflegen. Der Teamgeist in Korbach ist schon sprichwörtlich und in Hannover wohl bekannt: „Gute Arbeitsatmosphäre“, „große Vielfalt“, „motivierte Mitarbeiter“, „vieles aus eigenen Kräften entwickelt“ – das sind Erfahrungen, die Elke Strathmann aus Korbach mitnimmt.

Beschäftigung, Produktion

Die reine Betriebsversammlung im Werk mit der neuen Personalchefin aus Hannover war am Montag vergleichsweise kurz: Zweieinhalb Stunden dauerte das Treffen mit der neuen Spitzenfrau aus Hannover. Gute Nachrichten aus Sicht der Beschäftigung:

Conti wird im Oktober weitere „gut 60 Mitarbeiter“ von Leiharbeit in die Stammbelegschaft übernehmen, erklären Schönfelder und Werksleiter Lothar Salokat. Gute Botschaft aus Perspektive der Produktion: Das Reifenwerk wird ab Frühjahr 2013 einen speziellen Reifentyp für die Erstausrüstung in den USA neu produzieren (Ford). Rund 500 000 Stück jährlich sollen dafür in Korbach gefertigt werden, signalisiert Salokat.

Kommentare