Horst Wenzel vom Regierungspräsidium prüft Erholungswerte in Vöhl, Asel, Marienhagen und Ober-Orke

Vöhl will Prädikat für vier Urlaubsorte

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Station in Asel und Asel Stein: Uli Fingerhuth, Bürgermeister Harald Plünnecke, Horst Wenzel, Michaela Kunhenn und Thorsten Wrage.

Vöhl - Wie ist das Klima in Marienhagen? Welche Freizeitmöglichkeiten gibt es in Asel? Und können Touristen in Vöhl auch zum Arzt gehen? Horst Wenzel vom Regierungspräsidium nahm gestern gleich vier Vöhler Ortsteile unter die Lupe, um zu prüfen ob sie das Prädikat „Erholungsort“ verdienen.

Hannelore Stracke hat groß aufgetragen. Sie hat Brötchen geschmiert, serviert Kaffee und Saft und allerlei Köstlichkeiten. Sie beweist eindrücklich: „Vöhl ist ein gastfreundlicher Ort“. Und damit hat die Vermieterin von Ferienwohnungen im Grunde schon einen wichtigen Punkt auf der Liste von Horst Wenzel getroffen. Der Mitarbeiter des Regierungspräsidiums prüft an diesem Morgen nämlich, ob Vöhl, Asel und Marienhagen das Siegel „Erholungsort“ verdienen. Bei Ober-Orke ist er noch ein bisschen strenger, bei dem kleinsten Vöhler Ortsteil nämlich geht es sogar um das Siegel „Luftkurort“. Alle vier Orte besitzen die jeweilige Auszeichnung schon und bewerben sich in diesem Jahr erneut um das Prädikat. „Mit diesem Prädikat wird ausgesagt, dass die Welt hier noch in Ordnung ist“, sagt Bürgermeister Harald Plünnecke, „und das gilt für die Luft ebenso wie für das Preis-Leistungsverhältnis im Tourismus, der Infrastruktur und der Sauberkeit“.

Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Ulrich Fingerhut begleitet er Wenzel bei seinem Rundgang. Auch Michaela Kunhenn vom Touristik-Service Waldeck-Ederbergland ist dabei und in jedem Ort schließt sich ein Vertreter des Ortsbeirats an. „Wir haben keine großen Unternehmen in der Gemeinde“, sagt der Bürgermeister, „wir leben vom Tourismus“. 220 000 Urlauber kommen jedes Jahr in die Großgemeinde.

Und dass sie hier gut aufgehoben sind, wollen die Vöhler dem Vertreter des Regierungspräsidiums zeigen. Der hat in seiner Mappe bereits klimatologische Gutachten, die bestätigen, dass es in den vier Orten keine großen Abweichungen zu vergangenen Werten gibt. Und dort liegt auch das Ergebnis einer Untersuchung, die Ulrich Fingerhut von der Gemeinde im vergangenen Jahr selbst unternahm. Einmal in der Woche fuhr er nach Oberorke, um dort die aktuellen Luftwerte zu messen. Denn nur so kann am Ende das Prädikat „Luftkurort“ verliehen werden.

Horst Wenzel geht es nun vor allem um Fragen nach Freizeitmöglichkeiten für Touristen, nach abwechslungsreichen, vielseitigen und schönen Unterkünften und möglicher Lärmbelästigung, aber auch um Fragen der Infrastruktur.

Und dabei nimmt er dann auch öffentliche Toiletten und die Ärzteversorgung in den Blick. Er überzeugt sich in Vöhl von der Gastfreundlichkeit auf dem Ferienhof Stracke oder im Casa Verde, wirft einen Blick auf Freibad und Henkelhalle. In Asel schaut er bau Hilles und Sauers hinter die Kulissen und staunt über den Gemeinschaftsgeist im Ort, der Tretbecken und Fledermauspfad hervorgebracht hat. In Marienhagen inspiziert er Freibad und Flugschule, in Oberorke widmet er sich vor allem dem Hotel Freund.

Am Ende erklärt er zur Freude des Bürgermeisters: „Ich sage noch nichts Offizielles, aber die Chancen zur Re-Prädikatisierung stehen gut“. Das endgültige Ergebnis soll im Februar 2014 vorliegen.

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