Vöhl

Vöhler Haushalt trotz Widerstands verabschiedet

- Vöhl-Basdorf (resa). Über drei Stunden lang diskutierten die Vöhler Parlamentarier am Montag über ihren Haushalt und das Sicherheitskonzept. Am Ende wurde er mit 17 Ja- und 11 Neinstimmen verabschiedet.

Ein scharfer Ton herrschte am Montagabend im Basdorfer Dorfgemeinschaftshaus. Denn umso größer das Loch in den Vöhler Kassen wird, desto uneiniger scheinen sich die Parlamentarier über Lösungsvorschläge. Die sollten Fraktionen, Ortsvorsteher und Gemeindevorstand nach der Einbringung des Haushalts im Februar erarbeiten und während der Sitzung der Gemeindevertreter nun vorstellen. Mit einem sechsseitigen Haushaltssicherungskonzept präsentierte der Gemeindevorstand seine Ideen für Einsparungen (siehe Hindergrundkasten). Neben kleineren Posten wie der Umstellung des Bezuschussungskonzeptes für Feuerwehren – 100 Euro pro Mannschaft, statt zwölf pro Mitglied – soll vor allem die Übertragung des Henkel-Erlebnisbades an die EWF wertvolles Geld sparen. Für einen Euro soll das Energieunternehmen das Bad übernehmen, die Gemeinde Vöhl will dann dem EWF-Zweckverband beitreten – für eine Bareinlage von rund 500 000 Euro. Der FWG, der FDP und den Grünen ging dieses Sparpaket nicht weit genug. „Das ist kein Sicherungskonzept, sondern ein Armutszeugnis“, ärgerte sich FWG-Fraktionssprecher Ulrich Müller. Es gebe nun nur noch ein Rezept, stellte er klar: „Investitionen runter, am besten bis auf die Pflichtaufgaben.“ Gleich drei Anträge stellte die Freie Wählergemeinschaft und forderte darin unter anderem die pauschale Kürzung der freiwilligen Leistungen um 25 Prozent. Der Antrag wurde abgelehnt.Für Trubel sorgte währenddessen die Forderung des Gemeindevorstandes, ein Waldstück in Schmittlotheim für 100000 Euro zu verkaufen.Mit Protestplakaten stellten sich die Schmittlotheimer Jagdpächter und der Ortsbeirat den Vöhler Parlamentariern in den Weg. „Die Fläche liegt im Nationalpark und kann deswegen forstwirtschaftlich nicht mehr bewirtschaftet werden und wirft auch keinen Ertrag ab“, argumentierte Bürgermeister Plünnecke. Mit den Ablauf des Jagdpachtvertrages in fünf Jahren dürfe die Fläche auch nicht mehr bejagt werden. Der Landesbetrieb Hessen-Forst hat der Gemeinde nun den Tausch der Fläche gegen ein sieben Hektar großes Waldstück ein Kilometer südwestlich des altes Waldes angeboten, plus jene 100 000 Euro. Das sei eine Entscheidung im Sinne des Gemeinwohls, so Plünnecke. „Wir sehen es aber nicht ein, dass wir am Ende leer ausgehen“, betonte Schmittlotheims Ortsvorsteher Dieter Seibel. Gemeinsam mit rund 13 Ortsbeiratskollegen und Jagdpächtern wollte er die Entscheidung der Parlamentarier für den Waldverkauf abwenden. „Wir sehen es ja ein, dass es sinnvoll ist das Waldstück im Nationalpark abzugeben“, erklärte der Ortsvorsteher, „aber wir wollen dafür auch ein faires Ausgleichsstück bekommen“. Das wäre ebenfalls rund 21 Hektar groß, würde sich allerdings in der Gemarkung Ederbringhausen befinden. „Außerdem gehört dieses Waldstück zu einer großen Fläche von Staatswald“, argumentierte gestern Forstamtsleiter Eberhard Leicht, „das wäre einfach nicht sinnvoll“. Unterstützung bekamen die Schmittlotheimer von der FWG und den Grünen. „Der Waldverkauf würde uns zwar kurzfristig Geld in die Kassen schaffen, sich aber langfristig negativ auf unsere Einnahmen auswirken“, war sich Ulrich Müller sicher. Am Ende erreichten sie immerhin eine Änderung der Beschlussvorlage. Statt eines Einstiegs in die Verkaufsverhandlungen, ließ sich Bürgermeister Plünnecke darauf ein, vorerst den Gemeindevorstand zu beauftragen, das Angebot zu prüfen und zur endgültigen Entscheidung der Gemeindevertretung wieder vorzulegen.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung und der Frankenberger Zeitung von Mittwoch, 10. März 2010.

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