Immighäuser Hort soll unter Trägerschaft der evangelische Kirche gestellt werden

„Von Vorteil für alle Parteien“

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Mädchen und Jungen werden weiterhin im Immighäuser Kindergarten betreut, in Zukunft aber nicht mehr unter städtischer, sondern wie die anderen vier Lichtenfelser Kindertagesstätten unter kirchlicher Ägide.

Lichtenfels - Die Stadt Lichtenfels gibt auch den letzten ihrer kommunalen Kindergärten in die Trägerschaft der evangelischen Kirche.

Das beschlossen die Lichtenfelser Stadtverordneten am Dienstagabend bei ihrer Sitzung in Rhadern. Bei einer Gegenstimme der Grünen votierten die Mitglieder aller anderen Fraktionen geschlossen für die Übergabe. Bürgermeister Uwe Steuber hatte zuvor für die Zustimmung der Stadtverordneten geworben, indem er Vorteile für alle Parteien betonte – Kindergarten, Mitarbeiter, Eltern und Stadt.

Durch die Übertragung des Kindergartens unter die Trägerschaft des evangelischen Gesamtverbandes Lichtenfels/Eisenberg würden sich nicht nur finanzielle, sondern auch pädagogische Vorteile ergeben, da in Zukunft deutlich besser als bisher eine Personalabdeckung bei Fehlzeiten der Mitarbeiterinnen möglich sei. Auch könne eine bessere fachliche Begleitung erfolgen, unterstrich Steuber.

Finanziell werde die Stadt Lichtenfels durch die Übergabe des Kindergartens um 24 000 Euro jährlich entlastet; dagegen stehen 2000 Euro, die die Stadt in Zukunft für die Unterhaltung des Kindergartengebäudes in Goddelsheim zahlen muss. „Stadt hat Mitspracherecht“ Die Betreuungszeiten im Kindergarten Immighausen könnten bei Bedarf auf sechs Stunden pro Tag ausgeweitet werden.

Unterdessen übernehme die Kirche in Zukunft einen Kostenanteil von zehn Prozent – bisher sind es sieben – und die Erzieherinnen würden vom Gesamtverband übernommen, ihr Gehalt für fünf Jahre auf dem jetzigen Niveau belassen, erklärte Steuber mit Blick darauf, dass die Kirche weniger Lohn zahlt. Für die Mehrkosten kommt die Stadt Lichtenfels auf.

Steuber betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem Gesamtverband seit seinem Bestehen 2006 immer positiv verlaufen sei und dass die Stadt ein Mitspracherecht im paritätisch besetzten Kuratorium habe, sodass wesentliche Fragen im Einvernehmen geklärt werden könnten. Genau das reichte Dorli Rauch von der Fraktion Die Grünen nicht. Sie stellte für ihre Fraktion den Antrag, einen Trägerverein ins Leben zu rufen, der paritätisch von Kirche, Eltern und Stadt besetzt sei und der die Kommune auch vor dem Gesetz gleichberechtigt behandele.

„Die Stadt ist Zahlmeister und Söhne, doch zu entscheiden hat sie nichts“, monierte Rauch: „Für 24?000 Euro geben wir die Erziehung unserer Kinder in fremde Hände, ohne wirklich eingreifen zu können.“ Friedrich Sauer von der Wählergemeinschaft Lichtenfels (WGL) sah den Betrieb des Immighäuser Kindergartens unter der Ägide der Kirche durchweg positiv. Die Zusammenarbeit sei immer gut verlaufen, die Erzieherinnen könnten sich in Zukunft pädagogisch viel effektiver fortbilden, erklärte er.

Das unterstrich auch Eckhard Schnatz von den Christdemokraten. „Es gibt nur positive Argumente“, erklärte er, schließlich werde der Kindergarten Immighausen erhalten, das Personal übernommen und die Stadt habe ein Mitspracherecht. „Pädagogischer Überbau“ „Vorteile für alle“ machte auch Friedrich Schüttler von der SPD-Fraktion aus. Bislang hätten Stadt und Kirche immer auf Augenhöhe verhandelt, das werde auch so bleiben.

Und Friedhelm Emde von den Freidemokraten unterstrich mit Hinweis auf die Kinder, dass die Kirche einen viel besseren pädagogischen Überbau als die Stadt bieten könne. Der Antrag der Grünen wurde mit hoher Mehrheit abgelehnt, der Beschlussentwurf des Magistrats mit hoher Mehrheit angenommen. In die Trägerschaft der Kirche soll der Immighäuser Kindergarten zum 1. August übergeben werden, wenn das Landeskirchenamt zustimmt. 14 Mädchen und Jungen besuchen derzeit den Immighäuser Kindergarten, ab 2014 werden auch unter Dreijährige dort betreut.(md)

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