Korbach

Vuvuzelas, Dirndl und ein Hirschpirat

- Korbach (gl). Der Hirsch ist geschmückt, der Streich geglückt: Die Abiturienten der Alten Landesschule feiern das Ende ihrer Schulzeit.

Es hat etwas länger gedauert als gewohnt. Doch nun ist auch der Namensgeber der Hirschapotheke geschmückt. Traditionell wird der Hirsch von den Abiturienten der Alten Landesschule in einer Nacht-und-Nebel-Aktion „verschönert“. Um Mitternacht machte sich der „Hirsch-Ausschuss“ an die Arbeit, damit die ersten Kunden am Mittwochmorgen etwas zu gucken hatten. „Die Wilde 13“, unter diesem Motto stand die Aktion in diesem Jahr. „Wir haben uns von Captain Jack Sparrow inspirieren lassen“, dem mäßig heldenhaften Oberpiraten aus den „Fluch der Karibik“-Filmen, erklärt die 20-jährige Anika Fisseler. Ein Symbol der Freiheit sei so ein Pirat, erklärt sie. Der Freiheit, die sie jetzt gemeinsam genießen könnten. Weniger seemännisch ging es derweil an der ALS selbst zu. Die raren Parkplätze des Gymnasiums hatten die Abiturienten sorgsam abgesperrt, um möglichst wenig „Parkplatzmuttis“ auf das Gelände zu lassen – Mütter, die ihre kleinen Schulkinder mit dem Auto zur Schule bringen. Die Kinder mussten derweil Aufgaben erfüllen, um die Autos laufen etwa. Den Eingang zur Schule hatten die Abiturienten ebenfalls verriegelt. Wer hinein wollte, musste sich von der Schweinegrippe befreien – also barfuß durch ein Planschbecken in die Schule waten. Im Gebäude warteten kleine Abiturienten-Gruppen: Fußballfans, Tänzerinnen und in Dirndls gekleidete Akkordeonmusiker. So zogen die Abgänger durch ihre Schule, unterbrachen den Unterricht, schossen mit Wasserpistolen und gaben im Sekretariat lustige Ansagen durch . „Auf eine zentrale Schulhof-Party wie in den letzten Jahren haben wir bewusst verzichtet“, meint Abiturientin Nina Schneider. Das habe immer nur Probleme gemacht. Dancefloor in der Schule Doch die Schüler haben auch so ihren Spaß. Wo eine bunte Gruppe Abiturienten auftaucht, wird der Flur spontan zur Partyzone umfunktioniert, bis die Lehrer dem Treiben wieder Einhalt gebieten. Die Pausenbereiche gleichen einem Schlachtfeld – im positiven Sinne. Nicht nur die Abiturienten haben hier Spaß – das sieht, wer in die Gesichter der jüngeren Mitschüler schaut. Auch den Schulbediensteten, die alle Scherze über sich ergehen lassen, wird ein überaus positives Zeugnis ausgestellt: „Die können überhaupt nicht böse auf uns sein, die sind tief im Herzen so lieb“, gibt Nina gerührt zu. Am Abend, die letzten Spuren des Abistreiches hatten die Putzfrauen der ALS wohl längst beseitigt, feierten die Abiturienten in Immighausen weiter. Kommenden Donnerstag soll sich die Party wiederholen, zwischenzeitlich werden die jungen Erwachsenen adrett gekleidet ihren Abiball hinter sich gebracht haben und am Freitag offiziell verabschiedet worden sein.

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