Verhandlungen vor Korbacher Amtsgericht enden mit Strafe und Neuansetzung

Von Waffenbesitz, Schlägen und Tritten

Korbach - Einmal acht Monate auf Bewährung und einmal eine unterbrochene Verhandlung, weil einer der Hauptzeugen statt im Gerichtssaal zu sitzen mit der Bundeswehr unterwegs war: So lautet das Ergebnis zweier Verhandlungen gestern vor dem Korbacher Amtsgericht.

Im ersten Fall gestand ein 46-jähriger Korbacher den unerlaubten Besitz einer Waffe und der dazugehörigen Munition. Die Pistole wurde bei einer Hausdurchsuchung am 3. April des vergangenen Jahres auf seinem Schlafzimmerschränkchen gefunden. „Ich hatte die Waffe zu meiner eigenen Sicherheit“, begründete der 46-Jährige den Besitz.

Er wollte sich so vor Gläubigern schützen, die ihm nach eigenen Angaben wegen seines insolventen Unternehmens gefährlich hätten werden können. Allerdings verfügte der Korbacher weder über eine Waffenbesitzkarte noch über einen Munitionserwerbsschein.

Die Mindeststrafe für unerlaubten Waffenbesitz liegt in Deutschland bei sechs Monaten. Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling hielt sich an die Empfehlung des Staatsanwaltes und verurteilte den Korbacher zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 500 Euro, zu zahlen an die Staatskasse. Zugute kam dem Angeklagten, dass er geständig war und noch keine Vorstrafen hat.

Im zweiten Fall kam es zu keiner Verurteilung - einer der Geschädigten und wichtigsten Zeugen war nicht zur Verhandlung erschienen. Er ist derzeit bei der Bundeswehr. Ohne ihn sah die Staatsanwaltschaft keinen Sinn darin, die weiteren Zeugen zu vernehmen.

Dem 27-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, am 22. Februar 2012, in einem Korbacher Supermarkt einer Frau in den Bauch getreten und einem Mann ins Gesicht geschlagen zu haben. Der Angeklagte gestand, dem nicht erschienenen Zeugen mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen zu haben. Der Tritt und ein weiterer Schlag mit der Faust ins Gesicht sollen aber von seinem Bruder ausgegangen sein. Dieser wird voraussichtlich beim nächsten Verhandlungstermin auch auf der Anklagebank Platz nehmen.

Die geschädigte Frau wurde bereits gestern vernommen. Sie wollte mit ihrer Freundin und einem Freund im Supermarkt einkaufen. Dabei wurden sie schon am Eingang von zwei jungen Männern beleidigt. Später sei einer der beiden im Markt auf sie zugekommen und habe sie getreten. Als ihr Freund einschreiten wollte, sei er geschlagen worden.

Die Rangelei ging draußen weiter, dabei ist es zu dem Faustschlag gekommen. Wer jeweils zugeschlagen und getreten hat, konnte die Zeugin nicht genau sagen. Das Gericht hofft auf Aufklärung durch den fehlenden Zeugen und den Bruder des Angeklagten.(tt)

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