Proben für neue Konzertsaison beginnen

Waldeckisches Kammerorchester sucht neue Musiker

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Proben für die neue Saison: das Waldeckische Kammerorchester um Konzertmeisterin Andrea Eiselt (4. v. l.) und Dirigent Rainer W. Böttcher (4. v. r.).Foto: Wilhelm Figge

Korbach - Das Waldeckische Kammerorchester lädt neue Musiker ein, mit ihren Instrumenten Teil eines größeren Ganzen zu werden.

Das Wort Klangkörper bezeichnet die Gesamtheit der Musiker eines Orchesters - wer den Streichern des Waldeckischen Kammerorchesters genau zuhört, merkt schnell weshalb: Die beiden Violinenstimmen, die Bratschen, die Celli und der Kontrabass klingen zwar auch allein gut, aber die Klangkörperteile bilden gemeinsam ein Ganzes.

Nach den Neujahrskonzerten beginnen die Musiker gerade, sich auf die neue Saison vorzubereiten, zum Wochenbeginn war die erste Probe. „Montag ist ein heiliger Termin“, sagt Bernd Schlieter, einer der dienstältesten Musiker des Orchesters: Er ist seit 1968 dabei, das älteste Mitglied Christiane Schilder sogar seit mehr als 50 Jahren.

Dirigent Rainer Böttcher erklärt, dass eine Mischung von Musikern aus verschiedenen Generationen gewünscht sei, jüngster ist mit 16 Jahren Torben Schott. Er ist seit zwei Jahren dabei, zuvor hat er Erfahrung im kleinen Streicherensemble der Alten Landesschule und als Solist gesammelt. Das Kammerorchester sei ganz anders: „Ich muss mich viel mehr zurücknehmen und an anderen orientieren“, sagt er - findet das aber gut: „Es ist toll, ein kleiner Teil des Klangkörpers zu sein.“

Gut durchmischt ist auch die Herkunft der Menschen mit Wurzeln etwa in Frankreich, Usbekistan, Ungarn oder Mexiko. Locker statt stocksteif ist der Umgang zwischen den klassischen Instrumentalisten: „Wir haben uns als Musiker kennengelernt, aber auch als Menschen“, erklärt Bernd Schlieter - und über neue künstlerische wie persönliche Bekanntschaften würde das Orchester sich freuen: Die in voller Besetzung 30 Musiker suchen Mitstreicher.

Interessenten sollen bei den Proben vorbeischauen. Diese finden jeden Montag außerhalb der Ferien statt und dauern von 20 bis 22 Uhr. Am ersten Montag spielen die Musiker in der Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen, ansonsten an der Alten Landesschule. Vereinsvorsitzende Petra Bodien-Chang erklärt, dass das Orchester fortgeschrittene Musiker sucht: „Sie sollten keinen Unsinn spielen und dem Dirigenten folgen können.“

Das Konzertprogramm umfasst mindestens vier Auftritte: Bei den beiden Neujahrskonzerten spielen die Streicher statt der üblichen klassischen Stücke Leichteres wie Walzer, Polka, Film- und Musicalmusik. Die beiden anderen Traditionskonzerte folgen dieses Jahr noch: Am 10. Mai spielt das Waldeckische Kammerorchester sein Kinder- und Familienkonzert, am 17. Oktober sein Herbstkonzert in der Nikolaikirche.(wf)

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