Neu in Meineringhausen: Rollender Supermarkt ist für ältere Menschen ein wichtiges Angebot

„Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht“

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Fast wie bei „Tante Emma“ (von links): Marion Schäfer bedient Kundin Gabriele Heinemann im Verkaufswagen. Der Supermarkt auf Rädern hält jeden Dienstag in Meineringhausen.

Korbach - Meineringhausen. - Der Laden rollt: Seit Anfang Februar fährt Marion Schäfer mit dem begehbaren Verkaufswagen Meineringhausen an. An Bord hat sie alles, was man so braucht: von Gemüse und Obst über Wurst, Käse und Drogerieartikel bis zu Backwaren.

„Für alte Leute ist das ein gutes Angebot“, sagt Gabriele Heinemann und packt noch ein paar Bananen in ihren Einkaufskorb. Seit Anfang Februar kann die Rentnerin aus Meineringhausen wieder ihre Einkäufe im Dorf erledigen - jedenfalls einmal in der Woche.

Jeden Dienstag hält Marion Schäfer mit dem Verkaufswagen im Ort. Rund 2500 Artikel umfasst das Warenangebot in dem begehbaren 7,5-Tonner - von Molkereiprodukten über Obst und Gemüse, Konserven, Kaffee und Putzmittel bis hin zu Brot und Wurst. „Alles, was Sie brauchen, haben wir. Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht“, gibt Schäfer ihren Kunden augenzwinkernd mit auf den Weg.

Das prall gefüllte Mobil schließt dort eine Lücke, wo es mit der Nahversorgung hakt. Denn meist am Rand von Städten angesiedelt, sind Supermärkte und Discounter für viele Menschen nicht erreichbar. Vor allem auf dem Land sind Alte, Kranke und Behinderte von der Versorgung regelrecht abgeschnitten. Immobile Menschen sind daher die Stammkunden der mobilen Supermärkte. Der Altersdurchschnitt der Kunden liegt laut Fachverband Mobile Verkaufsstellen bei rund 75 Jahren.

Und die Kundschaft will mehr als Brot und Butter: reden, sie will beraten werden und Hilfe bekommen, wenn die Kartoffeln in den Keller getragen werden müssen. „Hier ist man alles, auch Postbote und Arzt“, lacht Schäfer. Sie nimmt schon mal Briefe mit zur Post in den nächsten Ort und verteilt Pflaster bei kleinen Wehwehchen. „Von manchen Kunden kennt man den ganzen Lebenslauf“, sagt Schäfer.

Seit drei Jahren ist sie mit dem Verkaufswagen des Lebensmittelhandels Willi Rüsseler aus Twiste unterwegs, 37 Orte klappert sie in der Woche ab, neuerdings gehört auch Meineringhausen dazu. „Es wird ganz gut angenommen. Letzte Woche waren 33 Leute da“, sagt Schäfer.

Fünf feste Haltestellen fährt sie im Halbstundentakt im Dorf an. Gabriele Heinemann ist heute die letzte Kundin am Oberdorf, der ersten Station. Marion Schäfer kassiert ab, hilft der Rentnerin den Ausstieg hinunter und setzt sich wieder hinters Steuer des Lkw. Am Dorfplatz warten schon die nächsten Kunden auf den rollenden Supermarkt.

Folgende Haltestellen werden dienstags angefahren: 15 Uhr Oberdorf (Haus Paar), 15.30 Uhr Dorfplatz Unterborn, 16 Uhr Walmestraße/Ecke Jahnstraße, 16.30 Uhr Lärchenweg/Ecke Fliederweg, 17 Uhr Hainstraße/Ecke Sachsenhäuser Straße.

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