Vöhl

Wasserversorgung neu regeln

- Vöhl (resa). Eigentlich hatte der Vöhler Gemeindevorstand die höchste Hürde schon genommen. Bereits im Mai hatten die Gemeindevertreter der Gründung eines Eigenbetriebs für die Wasserver- und Abwasserentsorgung zugestimmt. An der Satzung entfachte sich nun eine neue Diskussion.

Wenn die Vöhler ihren Hahn aufdrehten, dann war bisher die Gemeinde dafür zuständig, dass Wasser floss. Künftig soll ein Eigenbetrieb in Sachen Wasserver- und Abwasserentsorgung die Fäden in der Hand halten (wir berichteten). Das ist seit vergangenem Mai eigentlich eine abgemachte Sache. Damals nämlich beschlossen die Parlamentarier mit den Gegenstimmen der FWG und einzelner Sozialdemokraten, den Gemeindevorstand damit zu beauftragen, entsprechende Schritte zur Gründung eines Eigenbetriebs einzuleiten. Am Montagabend legte der Gemeindevorstand während der Versammlung in Herzhausen nun eine Satzung für den zu gründenden „Eigenbetrieb Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Vöhl“ (WAV) vor. Doch statt der erwarteten Zustimmung diskutierten die Parlamentarier erneut. Denn an einem entscheidenden Punkt im Papier hatte Hans-Joachim Dohl von der FWG eingehakt. Das operative Geschäft nämlich soll laut Satzung an einen Dritten abgegeben werden. Ein Unternehmen also soll beauftragt werden, die Betriebsführung zu übernehmen. „Wir halten aber weiterhin die Fäden in der Hand“, betonte Bürgermeister Harald Plün­necke. Von Privatisierung könne also keine Rede sein. Vielmehr sollten durch ein Fachunternehmen Vorteile entstehen: Deren Ressourcen und Verbindungen könnten genutzt, zu vorteilhaften Preisen eingekauft werden. „Hoheitliche Aufgaben der Gemeinde sollten aber nicht ausgelagert werden“, befand Dohl, „wir wollen keinen Dritten, der auch noch Geld damit verdient.“ Die FWG befürchte, dass die Kosten durch zusätzliches Personal und die Einbindung größerer Firmennetze steigen würden. „Außerdem sind wir der Meinung, dass die Gemeinde diese Pflichtaufgabe derzeit ohne Probleme mit einem stabilen und marktüblichen Preis-Leistungs-Verhältnis selbst bewältigt“, befand Dohl. Zwar wies Barbara Depmeier von der FDP darauf hin, dass bei der Ausschreibung genau auf die Bedürfnisse der Gemeinde geachtet werden müsse, stimmte aber ebenso wie die Vertreter der SPD, CDU und BI Grüne Liste der Satzung zu.

Kommentare