Mehr als 170 Schüler lassen sich bei Typisierungsaktion in den Beruflichen Schulen registrieren

Ein Wattestäbchen und der gute Wille

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Erst informierte Martin Quarg über die Arbeit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei und seine eigene Stammzellenspende. Danach ließen sich viele Schüler selbst für die Datei registrieren.Fotos: Demski

Korbach - Es dauerte kaum eine Minute, dann war es geschafft: Bei der Typisierungsaktion an den Beruflichen Schulen ließen sich viele Schüler freiwillig registrieren. Die Arbeit übernahmen die Gymnasiasten selbst.

Victoria Alexi ist längst keine Schülerin mehr am Beruflichen Gymnasium in Korbach. Gestern Morgen aber kehrte sie zurück. Für den guten Zweck. Die Schüler der Gesundheitsklasse des Beruflichen Gymnasiums hatten zum Ende ihrer Projektwoche zur Typisierungsaktion eingeladen.

Bereits am Morgen war Martin Quarg von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKSM) mit allerlei Material in Korbach angekommen. „Wir haben dann eine kurze Einweisung bekommen“, erklärte Louisa Schütz. Wie wird eine Speichelprobe genommen? Wie wird sie gesichert und zugeordnet? Denn während der Experte der DKMS zu zwei Vorträgen einlud, nahmen die Schüler selbst die Proben.

Und so saß Victoria Alexi dann an einem kleinen Tisch im Klassenraum in den Beruflichen Schulen, nahm das Wattestäbchen entgegen, wischte einige Male durch die Mundhöhle und verstaute das Stäbchen dann sicher in einer vorbereiteten Tasche. „Ich finde das wichtig“, betonte sie, „und sollte man selbst mal erkranken, ist man ja auch auf eine Knochenmarkspende angewiesen“. 177 Schüler und Lehrer taten es ihr nach und gaben im Laufe des Vormittags ihre Probe für die Datei ab.

Während der vergangenen Woche hatten die Projektschüler täglich über Durchsagen in der Schule zu der Aktion eingeladen. Mit Erfolg. „Wir freuen uns, dass so viele Schüler mitmachen“, betonte Lehrerin Dr. Susanne Luhn.

Bevor sich die Jugendlichen registrieren ließen, machten sie Station bei Martin Quarg. Der informierte gleich nebenan über das Vorgehen bei einer Knochenmarkspende. Er erklärte, was die Aufnahme in die Datei mit sich bringe und erzählte auch von seiner eigenen Stammzellenspende. Gebannt folgten die Jugendlichen den Erzählungen des DKMS-Experten.

„Die meisten Schüler, die danach zu uns kommen, um sich zu typisieren, empfinden es dann auch als ihre Pflicht, sich registrieren zu lassen“, erzählte Louisa Schütz. Zur Belohnung gab es für die vielen engagierten Jugendlichen Kuchen und Waffeln, die im Flur verkauft wurden. Mit Unterstützung der Medizinischen Fachangestellten der Schule hatten die Gymnasiasten Köstlichkeiten aufgeboten, um so gleichzeitig die Spendenkasse aufzubessern. Während eines Sponsorenlaufs hatten die Schüler bereits Geld für die Typisierung gesammelt. Am Ende des Tages stellte Dr. Susanne Luhn dann fest: „Wir sind zwar müde, aber sehr zufrieden.“

Von Theresa Demski

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