Bauausschuss empfiehlt Grundsatzbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans

Weichen für Pflegehotel-Erweiterung stellen

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Willingen - Der Upländer Bauausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung einstimmig, die bauleitplanerischen Weichen für die Erweiterung des Willinger Pflegehotels zu stellen.

Voraussetzung für die Verwirklichung des Millionenprojekts ist die Änderung des Willinger Bebauungsplans Nr. 4 (Ortslage). Wie berichtet, will die Investorengemeinschaft möglichst im Frühjahr 2015 mit dem Bau beginnen, und zwar unter Einbeziehung der alten Volksschule und des benachbarten knapp 1000 Quadratmeter großen Grundstücks der Schreinerei Meyer, die ins Gewerbegebiet aussiedeln will.

Auf dem Schreinereigrundstück ist ein Neubau mit 32 Einzel- und drei Doppelzimmern sowie vier Suiten und den notwendigen Nebenräumen geplant. Hier sollen in Zukunft die Kurzzeit- und Übergangspflegegäste und begleitende Angehörige untergebracht werden. Im Erdgeschoss sind Aufenthalts- und Therapieräume und ein Kiosk vorgesehen.

„Ein tolles Projekt“

Die Tagespflegegäste sollen in der unter Denkmalschutz stehenden alten Volksschule Platz finden, in der augenblicklich noch drei Grundschulklassen unterrichtet werden. Geplant sind ferner ein Begegnungscafé im ehemaligen Hausmeisterhaus und ein Neubau hinter der Schule für ein telemedizinisches Angebot und Reha-Sport.

„Es ist ein tolles Projekt und für die Gemeinde eine großartige Sache“, betonte Bürgermeister Thomas Trachte in der Ausschusssitzung am Donnerstag. Er verwies darauf, dass das Bauleitplanverfahren und das Projekt selbst einige Besonderheiten aufweisen, die noch nicht geklärt wurden und im Rahmen des Verfahrens abschließend beraten werden müssen.

Zu den Knackpunkten gehört die Entwidmung des hinter der evangelischen Kirche herführenden kleinen Verbindungswegs zwischen dem Neuen Weg und der Straße „Zum Kurgarten“. Dieser Weg wird auch von Urlaubern als Zufahrt zu einem Hotelparkplatz benutzt. Der Besitzer des Hotels befürchtet, dass seine Gäste bei einer Entwidmung des Wegs insbesondere im Winter aufgrund der steilen Hanglage der Zufahrt vom „Neuen Weg“ Schwierigkeiten bekommen, den Parkplatz zu erreichen. Die Gemeinde lässt derzeit eine alternative Zufahrt über das Grundstück der alten Volksschule untersuchen.

48 Stellplätze erforderlich

Das Schulgebäude soll an die Investorengemeinschaft entweder verkauft oder im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrags übergeben werden. Das Ortsgericht erstellt ein Gutachten der Immobilie. Mit dem Schulträger muss laut Bürgermeister Trachte noch der zeitliche Rahmen abgestimmt werden, wann das Gebäude zur Verfügung steht.

Die Planung der Außenanlagen und Stellplätze nimmt noch einige Zeit in Anspruch. Insgesamt müssen für das Pflegehotel 48 Stellplätze nachgewiesen werden, von denen 20 als öffentlicher Parkplatz zu kennzeichnen sind.

Die Größe des Neubaus, der auf dem jetzigen Grundstück Meyer entstehen soll, wird nach Einschätzung des Gemeindevorstands im Bauleitverfahren eine entscheidende Rolle spielen. Geplant ist ein fünfgeschossiges Gebäude mit einer Firsthöhe von 20 Metern. „Diese Größenordnung ist nach Angaben der Investorengemeinschaft erforderlich, da sonst ein wirtschaftlicher Betrieb des Pflegehotels nicht möglich ist“, so der Verwaltungschef.

Trachte wies ferner darauf hin, dass Mansarddächer im Upland bisher nicht vorkommen. „Ortstypisch wären ein Satteldach oder gegeneinander geneigte Pultdächer.“ Eine abweichende Dachform könnte jedoch auch gerechtfertigt werden.

Die weitere Vorgehensweise

Wie sieht die weitere Vorgehensweise aus? Das Thema steht auf der Tagesordnung der nächsten Gemeindevertretersitzung, die am Mittwoch, 9. Juli, um 19.30 Uhr im Willinger Besucherzentrum beginnt. Sofern das Parlament der Empfehlung des Bauausschusses folgt und den Grundsatzbeschluss zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans fasst, können sich die Planer an die Arbeit machen. Planung und Bebauungsplanentwurf sollen den gemeindlichen Gremien vor der Offenlegung noch einmal zur Beratung vorgelegt werden. Das Plangebiet umfasst eine Fläche von 0,6 Hektar.

Von Ulrike Schiefner

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