Marktmeisterin und Aussteller ziehen positive Bilanz

Weitgehend sonniger Kiliansmarkt

Korbach - Zuckerwatte, Karussells und Ponyreiten: Vor allem am Samstag genossen viele Kinder den Besuch auf dem Kiliansmarkt. Polizei und Marktmeisterin zeigten sich zufrieden und die Schausteller kämpften für den Erhalt des Herbstmarktes.

Viktoria weiß gar nicht, was sie sich zuerst wünschen soll. „Da möchte ich hin“, erklärt die Vierjährige und steuert zielstrebig zu den Ponys. Dann aber sieht sie das schöne alte Karussell von Heinz-Jürgen Eckel und kann sich plötzlich gar nicht mehr entscheiden. Vielen Kindern ging es wohl am Wochenende auf dem Kiliansmarkt ähnlich. Rund 100 Aussteller luden zum Erleben ein. „Es ist fast schon etwas zu warm“, stellte Eckel am Samstagnachmittag fest, „da bleiben viele Familien doch eher im Garten“. Und trotzdem: Im Vergleich zum vergangen Regen-Markt stiegen die Besucherzahlen wieder. Ob Ponyreiten oder Geisterbahn, Auto-Scooter oder Break-Dancer: Kleine und große Gäste des Kiliansmarktes nutzten das Wochenende zum Flanieren und Genießen. Während die kleinsten Gäste vor allem in Formel-1-Wagen, Polizei-Autos und auf dem Rücken der Pferde Platz nahmen, wagten die größeren Besucher auch schon mal wagemutige Ausflüge in die Lüfte. Und so klang immer mal wieder ein Schrei über den Marktplatz, der sich nicht so recht zwischen Vergnügen und Angst entscheiden wollte. Zweifellos ein Vergnügen war vor allem für die jüngeren Marktgäste die Süßigkeiten-Ausnahme: An Festtagen spendieren Mama und Papa schließlich auch mal Zuckerwatte für die ganze Familie, erlauben einen Stopp beim Eiswagen oder entscheiden sich für eine große Tüte mit bunten Süßigkeiten. Und doch lag über dem Markt auch ein Schatten, der erst beim Gespräch mit den Schaustellern deutlich wurde: „Wenn die Stadt den Herbstmarkt streicht, dann bedroht das unsere Existenz“, erklärte Kai-Uwe Thies, der mit seiner Familie und dem großen Süßigkeiten-Wagen aus Freienhagen nach Korbach gekommen war. Bereits am Mittwoch während der Besprechung der Schausteller mit Marktmeisterin Alexandra Peyker hatten die Schausteller für den Erhalt beider Korbacher Märkte geworben, nachdem die Überlegungen der Stadt, den Herbstmarkt zu streichen, vorgestellt worden waren: „Wir haben auch Vorschläge gemacht, wo Einsparungen möglich sind“, erklärte Thies. So sei ein Feuerwerk nicht unbedingt nötig, der Security-Dienst sei im Notfall verzichtbar und auch die Bereitschaft, die Standmiete etwas zu erhöhen, gebe es. Der Tenor auf dem Markt war eindeutig: „Wir kommen gerne nach Korbach“, erklärte Heinz-Jürgen Eckel, der in vierter Generation nach Korbach kommt. „Die Organisation stimmt, der Markt ist sauber und mit unserer Martkmeisterin sind wir sehr zufrieden“. Seine jüngste Tochter sei in Korbach geboren, die Verbundenheit zur Stadt mit jedem Besuch gewachsen. „Wir brauchen die beiden Korbacher Märkte“, betonte er. Und das befand auch Claudia Kaiser, die im Café-Zelt Waffeln und Getränke servierte: „Wir kommen aus Düsseldorf, aber hier sind wir inzwischen alle eine große Familie und die Menschen hier sind sehr freundlich“, erklärte sie, „mit der Streichung des Herbstmarktes sind wir nicht einverstanden“.Gestern Abend zogen Marktmeisterin und Polizei dann ihr eigenes Fazit: „Wir sind rundum zufrieden“, befand Alexandra Peyker, „der Platz war voll und es ist friedlich geblieben“. Einen Kiliansmarkt ohne Regen scheine es aber nicht zu geben, ergänzte sie schmunzelnd. Auch die Polizei war zufrieden: „Wir mussten nicht ein einziges Mal ausrücken“. (resa)

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