Schüler an Beruflichen Schulen stellen Projekt „Pro Berufsorientierung“ vor

Welcher Beruf passt am besten zu mir?

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Was ist in diesem Beruf wichtig und liegt mir das? Schüler aus der achten Klasse zeigen, was sie gelernt haben.

Korbach - Am Donnerstag präsentierten Schüler und Lehrer an der Berufsschule in Korbach das Projekt „ProBe“ - Pro Berufsausbildung. Dabei wird Schülern ab der siebten Klasse geholfen, sich beruflich zu orientieren.

„Die Schüler haben für ihre Berufswahl doch oft keine fundierten Entscheidungsgrundlagen“, stellt Werner Schmal, Leiter der Beruflichen Schulen in Korbach, fest, „und das Praktikum alleine reicht einfach nicht.“ In Zeiten, in denen jeder Schüler gebraucht werde, müsse man das Potential jedes Schülers voll ausschöpfen und Irrwege wie Ausbildungsabbrüche vermeiden.

Deshalb findet an den Beruflichen Schulen in Korbach das von der IHK Kassel, der Agentur für Arbeit, dem Landkreis und der Kreishandwerkerschaft getragene Projekt „Pro Berufsorientierung“ (ProBe) statt. Im ersten Durchgang haben seit Februar 2012 insgesamt 115 Schülerinnen und Schüler der Louis-Peter-Schule in Korbach und der Kaulbachschule in Bad Arolsen daran teilgenommen. Im zweiten Halbjahr der siebten Klasse began das Projekt mit der Sensibilisierungsphase, in der das Thema Berufswahl an den Schulen angesprochen wurde. Die Kinder sollten beginnen, sich damit auseinander zu setzten, was sie wollen und können. In der achten Klasse begann dann die Orientierungsphase. Metall-, Elektro-, Bau- und Holztechnik, Wirtschaft und Verwaltung, Hauswirtschaft oder Service und Zubereitung in der Gastronomie: Drei Berufsfelder konnten sich die Kinder aussuchen, mit denen sie sich im ersten Halbjahr an der Berufsschule oder bei der Kreishandwerkerschaft drei Stunden die Woche auseinandersetzen wollten. Denn es gehe nicht darum, die Kinder „früh in eine Ecke zu stellen“, so Schmal, vielmehr wolle man „die ganze Bandbreite vorstellen, die das Berufsleben bietet.“

Das zweite Halbjahr der achten Klasse stellte dann die Vertiefungsphase dar. Die Schüler spezialisierten sich darin auf eines der Felder. Im ersten Halbjahr der neunten Klasse wird bald Bewerbungstraining auf dem Programm stehen.

Zum Abschluss der Vertiefungsphase präsentierten die Kinder gestern, was sie gelernt haben und zeigten jüngeren Jahrgängen, was sie bei dem Projekt erwartet. Dabei waren auch Schüler aus Sachsenhausen und Volkmarsen, denn ihre Schulen werden im nächsten Schuljahr ebenfalls an ProBe teilnehmen. Auch Vertreter von regionalen Betrieben waren zu Gast, um Kontakte zu den Azubis von Morgen zu knüpfen.

In den einzelnen Berufsfeldern wurde den Kindern vermittelt, was dort wichtig ist. Eine Benotung findet nicht statt, aber die Anforderungen des jeweiligen Berufes werden verdeutlicht - dass die Holztechnik äußerste Genauigkeit erfordert, dass bei der Arbeit mit Lebensmitteln die Hygiene eine entscheidende Rolle spielt, dass richtiges Telefonieren gelernt sein will. Am Ende des Projekts sollen die Schüler eine Ahnung haben, was zu ihnen passt und was nicht. „Ich fand das alles sehr hilfreich“, sagt Svenja, „wir konnten wirklich feststellen, was etwas für uns ist und anderes auschließen“. Ihre Freundin Vanessa pflichtet ihr bei: „Das ist eine gute Vorbereitung. Und auch sehr abwechslungsreich.“

Für greifbare Erfolge ist es noch zu früh: Aber ProBe an der Hans-Viessmann-Schule in Frankenberg wurde im bundesweiten Wettbewerb „Ideen für die Bildungsrepublik“ als ausgezeichnete „Bildungsidee“ geehrt. (wf)

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