Wettkämpfe bis Sonntag im Korbacher Hauerstadion

Weltmeisterschaft der Schäferhunde: Schnüffeln, schützen, schaulaufen

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Robert Jönsson mit „Kustmarken’s Vaquero“.Das Team führte die Tabelle am Nachmittag an.

Korbach. Mehr als 60 Hunde aus elf Ländern treten bis Sonntag bei der Weltmeisterschaft der Schäferhunde im Korbacher Hauerstadion an: Einer von ihnen ist "Kustmarken's Vaquero" aus Schweden mit Hundeführer Robert Jönsson.

„Wie der Herr, so das Gescherr“, sagt Robert Jönsson schmunzelnd – auf schwedisch. Sein Hund sei wie er selbst: offen, gutmütig, loyal. „Deswegen treten wir gemeinsam an“, sagt er. Seit gestern kämpft Jönsson auf der Hauer in Korbach mit seinem Schäferhund „Kustmarken’s Vaquero“ um den Titel der Weltmeisterschaft. Einmal hat er ihn schon geholt, neunmal wurde er bereits schwedischer Meister. Gestern Nachmittag ging er in Führung. 60 Konkurrenten aus elf Ländern zeigen bis Sonntag ihr Können im Fährtenlesen, in Unterordnung und Schutzdienst. 

Eigene Züchtung

 „Das ist ein ganz normaler Sport“, sagt Robert Jönsson. Früher hat er an internationalen Karate-Wettkämpfen teilgenommen. Vor 30 Jahren entdeckte er den Hundesport für sich. „Wir sind eine Mannschaft, ein Team“, sagt er, „wie in anderen Sportarten auch.“ Und es sei ein „ungeheuer besonderes Gefühl“, wenn er spüre, dass er sich mit Vaquero synchronisiere. Da gehe es nicht um Hierarchien, nicht um harte Befehle. „Vaquero ist ein Lebensgefährte“, sagt er, „und das empfinden auch meine Frau und meine Kinder so.“ Robert Jönsson hat den Rüden selbst gezüchtet, mit ihm gelernt, sein Können ausgebaut. „Fährte, Schutz und Unterordnung: Das liegt in seiner Natur“, sagt er, „ gemeinsam haben wir daran gearbeitet, es zu verstärken.“ Bis zur Perfektion. Hundert Punkte gibt es im besten Fall für eine Wettkampfrunde, 96 sammelten Robert Jönsson und Vaquero zum Auftakt bei der Schutzübung. Seit dreieinhalb Jahren tritt der Schwede mit seinem Hund bei Wettkämpfen an. „Aber Sie dürfen nicht vergessen: Die meiste Zeit des Jahren machen wir Spaziergänge im Wald, liegen auf dem Sofa oder trainieren unsere psychische und physische Gesundheit“, sagt Robert Jönsson, „die Wettkampfsituation ist die Ausnahme.“ Und wie viel Ehrgeiz ist dann im Spiel? „Wenn wir verlieren ist Vaquero Schuld, wenn wir gewinnen ist das mein Verdienst“, sagt er scherzend. Aber dann folgt ein ernster Blick: „Die Sache mit dem Ehrgeiz hat sich im Laufe meines Lebens verändert“, sagt Jönsson, „heute habe ich mehr Distanz.“

Blindenhunde ausbilden

 Und das aus gutem Grund: Denn Robert Jönsson gehört nicht nur zu den bekannten schwedischen Schäferhund-Züchtern. Mit seiner Familie bildet er auch Blindenhunde aus. „Dann erkennst du, welche verschiedenen Eigenschaften eines Schäferhundes für den Menschen wichtig sind“, sagt er, „und damit bekommst du auch den nötigen Abstand.“ (resa)


Mehr dazu lesen Sie in der WLZ am Samstag, 1. Oktober 2016.

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