Korbach

Weniger Abgas im Dienst

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- Korbach (jk). Der städtische Fuhrpark soll noch umweltfreundlicher werden. Nach einem Antrag von Grünen und SPD wird der CO2-Ausstoß für neu zu kaufende 
Autos begrenzt.

Maximal 140 Gramm pro Kilometer sollen Pkw in Diensten der Stadt künftig in die Luft blasen. Mit dieser Selbstverpflichtung orientiere 
sich die Stadt an einer Richtlinie der Europäischen Union (EU), um weniger klimaschädliches Kohlendioxid zu produzieren, erklärte Grünen-Sprecher 
Dr. Peter Koswig.

Der als gemeinsamer Antrag von SPD und Grünen formulierte Vorstoß ging am Donnerstagabend im Parlament mehrheitlich durch. CDU, FWG und FDP meldeten jedoch Bedenken an. Die Zurückhaltung aus dem bürgerlichen Lager war indes nicht gegen Umweltschutz gerichtet: In der emotionalen Debatte ging es offenbar mehr ums Prinzip. Zum einen hält bereits ein Großteil der acht Pkw von Stadt, Bauhof und Eigenbetrieb Feuerwehr die 140-Gramm-Grenze ein, denn etliche sind beispielsweise mit Erdgas im Tank unterwegs, wie Bürgermeister Klaus Friedrich ausführte.

Somit begrüßte der Rathauschef den Vorschlag von SPD und Grünen im Vorfeld ausdrücklich. Aber auch „der Ton macht die Musik“, kommentierte Friedrich die teils hitzige 
Beratung vorige Woche im Finanzausschuss. Mit dem rot-grünen Antrag wird nämlich festgelegt, dass die Stadt mögliche Ausnahmen von der 140-Gramm-
Begrenzung vorher im Finanzausschuss des Parlaments darlegen muss. „Wir sollten keine Hintertürchen und Schlupflöcher öffnen“, meinte Koswig – und der Magistrat „nicht im stillen Kämmerlein“ entscheiden.

Das brachte Widerspruch bei CDU, FWG und FDP auf den Plan. Denn erstens stellen SPD und Grüne ja selbst die Mehrheit in der Stadtregierung. Zweitens arbeite die Stadtverwaltung stets vertrauenswürdig, wie FWG-Fraktionschef Kai Schumacher im Parlament betonte. Und drittens tagt der 
Finanzausschuss im Schnitt 
höchstens einmal im Monat. „Was passiert, wenn morgen ein Auto kaputtgeht?“, fragte FDP-Sprecher Arno Wiegand. Soll die Stadt dann etwa so lange warten, bis der Finanzausschuss sich wieder trifft?

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 18. Juni.

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