In der Rotation in Marburg laufen nachts die Maschinen für eine druckfrische WLZ

Wenn Drucker Zeitdruck haben

Stimmen denn die Farben in der WLZ auch? Rotationsleiter Axel Backhaus (l.) und Drucker Hans Happel kontrollieren die Farbdichte und können gegebenenfalls die Einstellungen am Computer anpassen.Fotos: Tobias Treude

Marburg - Wenn in den Redaktionen in Korbach, Bad Wildungen und Bad Arolsen so langsam die Lichter ausgehen, geht die Arbeit rund 50 Kilometer Luftlinie entfernt erst richtig los. In Marburg beginnt um 0.30 Uhr der Druck der WLZ.

Auch hier, in den Hallen der Hitzeroth Druck und Medien GmbH, stehen die Mitarbeiter unter Zeitdruck. Vor allem für eine besondere Ausgabe wie die zum WLZ-Jubiläum werden ?alle Mitarbeiter gebraucht. „Die Jubiläumsausgabe ist schon ?eine große Herausforderung, aber Stress haben wir jede Nacht“, sagt Rotationsleiter Axel Backhaus schmunzelnd.

Die WLZ ist 50 Kilometer lang

Aus dem Newsroom in Korbach wird die Zeitung als Datei nach Marburg gesendet. Dort müssen dann die Druckplatten zunächst belichtet werden. Für jede Zeitungsseite gibt es vier Druckplatten, die aus Aluminium bestehen – für jede der Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz eine Platte. Das heißt, für eine 32-seitige Ausgabe der WLZ werden 128 solcher Platten benötigt. Diese werden dann in einer speziellen Maschine mit UV-Licht beschrieben. Danach werden die Platten in einen Druckzylinder gehängt. Bevor die Rotation, also die eigentliche Druckmaschine, angeworfen wird, müssen noch die Papierrollen angebracht werden.

Eine Rolle besteht aus einem 22085 Meter langen und 1,26 Meter breitem Papierbogen. Dieser wiegt 1200 Kilogramm. Für die Produktion der WLZ-FZ werden in der Regel jede Nacht zwei Rollen verbraucht. Diese werden dann „entrollt“, und das Band wird in den Druckturm gezogen. In rasender Geschwindigkeit kommen dann die Farben auf das Papier: Bis zu 32000 Zeitungen können in einer Stunde gedruckt werden. Im Turm geben die mit dem Text belichteten Platten die Farbe zunächst an Gummituchzylinder weiter, die dann den Papierbogen bedrucken. Das unterscheidet den hier genutzten Offset-Druck vom normalen Druck: Die Farbe wird nicht direkt von den Platten auf das Papier weitergegeben. Während dieser Vorgänge nehmen sich die Drucker immer auch Probeexemplare heraus und kontrollieren die Farbdichte. Stimmt diese nicht, geben die Männer vom Leitstand zum Beispiel Farbe hinzu.

400 Gramm schwere Jubiläumsausgabe

Spätestens gegen 1.30 Uhr ist die Waldeckische Landeszeitung dann gedruckt. In den nächsten Schritten wird sie auf das passende Format zugeschnitten und zusammengelegt. Über das Förderband gelangt die fertige Zeitung dann in die Versandabteilung. Vorher werden maschinell noch die Werbeprospekte eingesteckt. Sind es über fünf Prospekte, geschieht dies per Hand. Zum Schluss werden die Zeitungen in Paketen gebündelt. In Folie verpackt und mit Band zugeschnürt landen sie dann auf Paletten, denn die Auslieferer warten mit ihren Fahrzeugen schon für die Tour ins Waldecker Land. Die Zeitung kommen mitten in der Nacht bei den Zeitungsboten an, und die bringen dem Leser in diesem Fall eine rund 400 Gramm schwere Jubiläumsausgabe auf den Tisch.

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