Korbach

Wenn die Familie auf Schatzsuche geht

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- Korbach (tt). Früher kamen dank der Satelliten im Weltall Familien vor dem Fernseher zusammen. Solche TV-Abende sind heute eher selten, aber die Satelliten lassen sich auch anders nutzen – zum Beispiel für Geocaching, wie es die Familie Gliem zusammen betreibt.

Über den Flugplatz in Korbach und die umgrenzenden Felder legt sich der Nebel. Es ist kalt, und Spaziergänger sind bei diesem Wetter nicht viele unterwegs. Hans-Jürgen Gliem und seine Söhne Steffen (22) und Benjamin (19) hält das nicht von ihrem Hobby ab: Sie sind Geocacher, quasi Schatzsucher mit GPS-Geräten. Beim Geocaching geht es darum, mittels Koordinaten einen „Schatz“ zu finden – den Cache.

Die Koordinaten des Versteckes werden vorher über das Internet auf ein GPS-Gerät geladen – ähnlich wie bei einem Navigationsgerät im Auto. Das funktioniert auch mit vielen Smartphones. Das Handy oder GPS-Gerät fungiert dann als Kompass und soll von einem vorgebenen Startpunkt aus zum Ziel führen. Familie Gliem aus Korbach sucht nicht nur, sondern versteckt auch Caches. „Die Suche, die Natur, die Technik und die Rätsel, das alles zusammen macht den Spaß am Geocaching aus“, beschreibt Hans-Jürgen Gliem die Faszination an der GPS-Schnitzeljagd. „Es ist ein echtes Familienhobby.“

An diesem Tag macht sich Steffen auf die Suche nach einem Multi-Cache. Das heißt, bevor der finale Schatz gefunden werden kann, müssen an Zwischenstationen Hinweise entdeckt werden. Fünf Stationen sind es insgesamt. Im Gegensatz zu seinem Vater und seinem Bruder kennt Steffen die Strecke nicht. Der Kompass führt die Familie an Feldwegen entlang. Am ersten „Zwischencache“ angekommen, beginnt die Suche nach dem Versteck. Das GPS-Gerät zeigt an, dass der Cache im Umkreis von drei Metern zu finden sein muss. Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Steffen weiß nicht genau, nach was er suchen muss. Das Unbekannte könnte unter einem Stein oder doch am Baum versteckt sein. Zwischen mehreren Ästen findet er schließlich eine Baumscheibe, auf der nicht vielsagend steht: „oben D, mitte A, unten E“. Die Hinweise werden notiert, sie könnten später neue Koordinaten oder einen Code für ein Schloss am Final Cache ergeben.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 3. Dezember.

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