„Projekt für Migration, Integration und Teilnahme“ lädt zur Ausstellungseröffnung

Wenn Künstler „Armut“ malen

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Insgesamt 16 Künstler stellen während der Ausstellung „Wenn das Brot... als Rose blüht“ ihre Werke aus, einige von ihnen gaben gestern bereits einen Einblick in ihre Kunst.

Korbach - Insgesamt 16 Künstler haben sich mit dem Thema „Armut“ auseinandergesetzt. Das Ergebnis zeigen sie ab dem 19. August in einer Ausstellung des „Projektes für Migration, Integration und Teilhabe“ im Bürgerhaus.

Als Natalja Schens und Lydia Oswald vom „Projekt für Migration, Integration und Teilhabe“ im vergangenen Jahr Korbacher Künstler anriefen, um ihnen eine neue Idee vorzustellen, da stießen sie erst mal auf Schweigen. Interesse sei zwar vorhanden, bekundeten die 16 angesprochenen Maler und Fotografen. Aber das Thema sei doch sehr schwierig.

Im Rahmen der Wanderausstellung „Tabu Armut“, die im Wolfgang-Bonhage-Museum“ zu sehen war, wünschten sich die Damen des Korbacher Projekts eine Kunstausstellung, die sich ebenfalls mit der „Armut“ beschäftigt. „Dabei wollten wir den Ausstellern aber so viel Spielraum wie möglich lassen“, sagt Lydia Oswald.

Laute Gesellschaftskritik

Am Ende sagten alle Künstler zu und versprachen, sich künstlerisch mit dem sperrigen Thema auseinanderzusetzen. Das Ergebnis stellen sie ab dem 19. August unter dem Titel „Wenn das Brot... als Rose blüht“ im Bürgerhaus aus. Angelehnt an das Kirchenlied, haben Künstler und Organisatoren mit dem Ausstellungstitel auch gleich die Themen Menschlichkeit und Einsatz für Gerechtigkeit in den Fokus gerückt.

Und diese Motive finden aufmerksame Betrachter schließlich auch in den Gemälden, Fotografien und Installationen. So steuert Künstlerin Christina Behringer zwei Kunstwerke bei, die in Schablonentechnik hergestellt wurden. „Ich habe das Abstrakte des Liedes aufgegriffen“, erklärt sie. Künstler Fritz Giese aus Korbach stellt gleich mehrere Acrylarbeiten zur Verfügung - verbunden mit einer großen Portion Gesellschaftskritik. Die wird besonders deutlich auf seinem Triptychon, bei dem jeder Teil eine gesellschaftliche Schicht darstellen soll. „Reiche fallen meistens weich“, beklagt er, „während Menschen in Armut kein Sicherheitsnetz haben“.

Eine Installation, angelehnt an die Schöpfungsgeschichte, hat Marlies Teppe geschaffen, während sich Sabine Neuhaus jenen Menschen widmet, die durch ihr großes Engagement Spuren in der Welt hinterlassen haben. „Und ich habe ein Bild voller Lebendigkeit gestaltet“, erzählt Tatjana Büttner. Ihr erstes Bild nach einer Krankheit. Auch Ludmilla Felix, Elfriede Hankel, Sigrid Henseling, Carola Hogrebe, Gisela Kachel, Marya Mondratyeva, Wolfgang Müller mit Enkelin Leonie, Tanja Plantikow, Brigitte Steffens, Iris Tschirpke, Anna Wisniewski, Hannelore Schultze und Guido Werning haben Werke beigesteuert.

Bunter Konzertabend

Die Ausstellung wird am kommenden Sonntag, 19. August, um 11.30 Uhr eröffnet. Besucher sind bis zum 9. September von montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 16 Uhr willkommen.

Ein „Konzertabend“ der besonderen Art zur Ausstellung findet am 31. August um 18 Uhr im Bürgerhaus statt: Dann bekommen spanische Musiker, junge Tänzerinnen, Klavierschüler, die sonst keine Möglichkeit zum Auftritt haben, Taekwondo-Sportler und Schüler der Berliner Schule eine Bühne. „Ihnen wollen wir die Möglichkeit geben, zu zeigen, was sie können“, erklärt Natalja Schens, „auch das bedeutet Teilhabe“. Der Eintritt ist frei.

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