Sänger experimentieren bei Kar-Mette mit Klangmöglichkeiten der Kilianskirche

Wenn die Musik Stille darstellt

Korbach. - In besondere Klangwelten versetzten die Protagonisten ihr Publikum bei der Kar-Mette in Korbach. Die Zuhörer honorierten den Auftritt mit stiller Konzentration, so wie es gewollt war.

Es war ein Spiel mit Licht, Raum und Schall, das die Sänger Uwe Maibaum, Georg Lungwitz, Eberhard Jung und Thomas Schwill, Percussionist Olaf Pyras sowie Liturg Pfarrer Markus Heßler am Samstagabend in der Kilianskirche darboten. Musikalisch Stille darstellen Das Projekt „366+1, Kirche klingt 2012“, bei dem jeden Tag an einem anderen Ort in Deutschland ein Konzert oder Gottesdienst stattfindet, machte in Korbach Halt. Und für den Karsamstag hatten sich die Protagonisten etwas Besonderes einfallen lassen. Die Kar-Mette ist ein liturgisches Stundengebet, in der Kilianskirche wurde dies mit musikalischen Beiträgen, Psalmen und Motetten ausgebaut. „Wir wollten musikalisch die Stille darstellen, es war ein Experiment und wir sind sehr zufrieden, auch was die Resonanz der Besucher betrifft“, erklärte Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum. Die Hauptdarsteller experimentierten mit der Akustik der Kirche. So wechselten sie die Standorte, um verschiedene Klangeffekte bei den Zuhörern zu erreichen. Derweil trommelte Olaf Pyras nicht nur auf den herkömmlichen Instrumenten, sondern auch auf Steinen. „Der Kirchenraum funktioniert wie ein eigenes Instrument“, zeigte auch er sich von den Möglichkeiten begeistert. Zu den Motetten von Davide Perez oder Felice Anerio gesellten sich Psalmen, die teilweise von den Männern und Frauen der Gemeinde abwechselnd gelesen wurden. Das Tageslied „O Traurigkeit, o Herzeleid“ umrahmte das Programm. Die Stille, die anhand der Musikstücke vermittelt wurde, fand auch im Spiel mit dem Licht Verwendung. 14 Kerzen brannten zu Beginn im Altarraum, nach und nach wurden diese gelöscht, bis nur noch die Größte leuchtete. „Sie steht für Jesus, der am Ende alleine dastand“, erklärte Maibaum. Der Versuch, die Spannung und die Stille zwischen den Kar- und den Ostertagen musikalisch darzustellen, ist den sechs Männern gelungen.

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