Naturpark Diemelsee: Verband beschließt Haushalt und plant für das Jubiläum 2015

„Wert des Naturparks bewusst“

Willingen - Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Naturpark Diemelsee tagte zum letzten Mal in diesem Jahr. Sie beschloss Investitionen in Abwasserentsorgung, Wanderparkplätze und Biodiversität.

Den Schwerpunkt der Aktivitäten des Zweckverbandes Naturpark Diemelsee im ersten Halbjahr 2013 bildete die Sanierung des Jugendzeltplatzes Heringhausen. Die Neugestaltung der Außenanlagen und der Einbau einer geeigneten Küche kosteten rund 89 600 Euro. Der Verband nahm dafür einen Kredit über 50 000 Euro auf und ließ die Arbeiten im Sommer durchführen: „Wir hatten von den Zeltplatzbesuchern schon ein sehr positives Echo“, erklärte ZweckverbandsGeschäftsführer Dieter Pollack auf der Verbandsversammlung.

Nachdem der Landkreis Wal­deck-Frankenberg einen Kostenzuschuss gewährte und Leadermittel zur Verfügung gestellt wurden, habe der Verband nur wenig zahlen müssen. Die verbliebenen Mittel aus dem Kredit sollen in die Abwasserentsorgung des Jugendzeltplatzes gehen.

Ein Fachbüro empfehle den Bau einer Kleinkläranlage, erläuterte Pollack: „Die scheinbar naheliegende Verbindung zur Kläranlage ist wegen des felsigen Bodens nicht finanzierbar.“ Der Eigenbau könne die derzeitige Geruchsbelästigung abstellen und sei langfristig auch wirtschaftlich sinnvoll.

Zufrieden mit Haushalt

Im Ergebnishaushalt erzielt der Verband einen Überschuss von fast 10 900 Euro. Im Finanzhaushalt besteht ein Fehlbedarf von knapp 29 000 Euro, der aber durch den Kassenbestand ausgeglichen wird. Der Haushaltsentwurf wurde einstimmig angenommen.

Beinahe 300 000 Euro möchte der Verband investieren. 30 000 Euro sind für die genannte Abwasserentsorgung vorgesehen. 18 000 Euro fließen in die Ausstattung weiterer Wanderparkplätze mit Tischen, Bänken und Infotafeln. Hierbei gehe „Qualität vor Quantität“, wie Dieter Pollack erklärte: „In Willingen haben wir einige Wanderparkplätze, zu denen gar keine Wanderwege führen.“ Etwa die Hälfte sei entbehrlich. Der größte Einzelposten, das Projekt zur Biodiversität, wird vollständig von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie den Ländern Hessen und Nordrhein-Westfalen getragen.

Der Verein hatte 10 000 Euro aufgebracht, um eine Bestandsaufnahme für das Biotopverbund-Projekt durchführen zu lassen - Mut, der sich gelohnt habe, wie Verbandsvorsteher Thomas Trachte feststellte. Die Untersuchungen würden Möglichkeiten für Ausgleichsmaßnahmen aufzeigen und damit gleichzeitig betriebliche Expansion und Artenschutz fördern. Sollte die Bewerbung um den Status als Naturschutzgroßprojekt Erfolg haben, flössen zudem mehrere Millionen Euro Fördergelder in das Projekt.

Bürgernähe als Ziel

Auch das 50-jährige Jubiläum des Naturparks im Jahr 2015 war ein Thema. Ein Programmheft in einer Auflage von 100 000 Exemplaren soll Gästen möglichst viele Veranstaltungen und Attraktionen des Parks nahebringen. Im Haushalt 2014 sind dafür 3600 Euro veranschlagt. 7500 Euro sind für die Feierlichkeiten vorgesehen: Am 22. August 2015 will der Verband sich am Festival der Instrumente in Heringhausen, seinem geografischen Zentrum, beteiligen. Thomas Trachte rief Vereine und Bürger auf, Ideen für das Jubiläum einzubringen.

In seinem Jahresbericht hob Geschäftsführer Dieter Pollack den Naturpark-Onlineshop hervor. Bis Oktober 2013 gab es 181 Bestellungen zumeist kostenfreier Artikel: „Auf diesem Weg können potenzielle Gäste alle Informationen aus einer Hand bekommen.“ Die Ernennung von Naturparkbotschaftern und die Teilnahme an mehreren Messen hätten die Öffentlichkeitsarbeit des Naturparks gestärkt. Das Thema „Wandern im Naturpark“ sei mit dem ersten Deutschen Winterwandertag in Willingen gut abgedeckt, der Schwerpunkt „Radeln“ erfordere von Anfang an Mitarbeit bei der neuen Diemelradwegkonferenz. Das zum 1. Januar 2013 übernommene Strandbad in Helminghausen beschrieb Dieter Pollack als Erfolg, der aber auch dem angenehmen Wetter zu verdanken sei.

Thomas Trachte zeigte sich zufrieden: „Nach unserer Finanzreform haben wir die meisten Schwierigkeiten nun überwunden.“ Mit den vorzeigbaren Erfolgen frage sich niemand mehr, was er eigentlich vom Naturpark habe.

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