Grundschule feiert Jubiläum mit einem Festtag am 10. Oktober

Westwallschule wird 100

Mehr als 200 Kinder gehören in diesem Jahr zur Schulgemeinde der Westwallschule: Zum großen Jubiläum stellten sich Kinder, Lehrer und alle anderen Mitarbeiter zur beachtlichen 100 zusammen.Fotos: Theresa Demski

Korbach - In allen Räumen und Ecken in der Westwallschule herrscht Vorfreude: Am 10. Oktober feiern Kinder, Lehrer, Eltern und Ehemalige den 100. Geburtstag der Schule - und richten den Blick in Vergangenheit und Zukunft.

Wenn sich am 10. Oktober in der Westwallschule der Vorhang hebt zum feierlichen Festakt, dann stehen diejenigen im Mittelpunkt, die auch den Alltag in der Schule bestimmen: die Kinder. Denn sie übernehmen die Moderation, wenn die geladenen Festgäste sich mit Lehrern und Eltern an vergangene Zeiten erinnern. Die Kinder sind es auch, die zu Führungen durch die Schule einladen, Einblick in ihren eigenen Alltag geben, aber auch an Schüler der vergangenen Jahrzehnte erinnern. Gemeinsam wollen sie auch ein neues Lied zum Klingen bringen. Und so hat das Jubiläum an der Westwallschule ein junges, fröhliches Gesicht.

Zum 100-jährigen Bestehen der Schule wünschen sich Kinder, Eltern und Lehrer ein Fest der Begegnung. Menschen aller Generationen, die sich mit der Westwallschule verbunden fühlen, sind zum Mitfeiern eingeladen, zum Geschichten erzählen und zum Erinnern. „Und wir wollen uns zum Jubiläum nochmal ganz bewusst nach außen öffnen“, sagt Lehrerin Birgit Wille-Oppermann. Und deswegen gibt es am 10. Oktober eben nicht nur den Festakt mit geladenen Gästen, sondern auch einen Tag der offenen Tür. Ab 14 Uhr sind alle Interessierten zum Schulfest eingeladen. Die Eltern sorgen für Köstlichkeiten, Buttons, Tassen und T-Shirts werden verkauft. Und rund um die Schule können die jüngsten Gäste an Stationen ihr Können zeigen. Vom Singen alter Lieder über die Hörproben von Interviews mit ehemaligen Schülern bis hin zu einem Quiz und Fühlbildern reicht das Angebot.

In der Schulbücherei können Besucher Filme ansehen - aus dem aktuellen Schulalltag, einer nachgespielten Schulstunde im Kaiserreich und von der Projektwoche im vergangenen Sommer. Am 10. Oktober eröffnen Westwallschule und Bonhage-Museum dann außerdem die neue Ausstellung, die einen Bogen vom Schulleben im Kaiserreich bis in die Zukunft schlägt. Bleibt nur ein Wunsch der Lehrer zum Jubiläum: „Gutes Wetter und gute Laune“.

Hintergrund: Ein bewegtes Jahrhundert in der Westwallschule

„Sie hat das Schulleben in Korbach geprägt, wie die Conti die Wirtschaft“, sagt Birgit Wille-Oppermann und meint die Westwallschule. Sie gab es noch vor der Schulpflicht, die 1919 in Deutschland eingeführt wurde. „In all den Jahren hat sie ihr Gesicht immer mal wieder verändert“, erklärt die Korbacher Lehrerin und verweist auf die umfangreiche Chronik, die zum Jubiläum erstellt wurde. Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen hat darin die lange, bewegte Geschichte der Schule Revue passieren lassen. 156?000 Mark kostete der Bau der Schule, 20?000 Mark mehr als ursprünglich veranschlagt. „Sie werden nach 100 Jahren noch verflucht werden, dass sie die Stadt in solche Lasten stürzen“, musste sich Rektor Georg Schierholz damals sagen lassen. Die Geschichte bewies schließlich das Gegenteil. Im Ersten Weltkrieg beschlagnahmte dann die Heeresverwaltung die beiden benachbarten Schulgebäude am Enser Tor und am Westwall für Büros und Stapellager. In den 20er Jahren galt die Bürgerschule amtlich als „Volksschule mit gehobenen Klassen“. Im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Nazis das Gebäude schließlich zeitweise als Lazarett. Mit dem Ende des Krieges sorgten die Amerikaner für einen Neuanfang am Westwall. Weil die Schülerzahlen weiter stiegen und für viele Schüler die Wege zu lang wurden, beschlossen die Korbacher in den 50er Jahren, neue Schulen zu bauen. Seit dem trägt die damalige „Bürgerschule“ den Namen „Volksschule Westwall“ – in ihrer Geschichte wurde sie von 13 Rektoren geleitet und viele Generationen von Korbachern lernten hier Schreiben, Lesen und Rechnen.

Von Theresa Demski

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