Korbach

Wiedersehen nach mehr als 60 Jahren

- Korbach (lb). Nach mehr als 60 Jahren wieder in Korbach: 1942 deportierten die Deutschen ihn aus Polen, jetzt ist Stanislaw Dygudaj (73) an den Ort zurückgekehrt, wo er drei Jahre seiner Kindheit verbrachte.

„Das kann nur Stacho sein!“ Ernst Paul konnte es kaum fassen, was ihm die Mitarbeiterin des Korbacher Rathauses da am Telefon erzählte. Vor mehr als 60 Jahren hatten sie zusammen im Katthagen gespielt, gemeinsam die Schule besucht. „Stacho“ riefen sie ihn, den Jungen aus Polen mit dem fremden Namen. Und jetzt wollte der mittlerweile 73-jährige Stanislaw Dygudaj zurückkommen, zu einem Besuch nach Korbach.

Er war noch ein Kind, ein siebenjähriger Junge, als ihn 1942 die Deutschen seinen Großeltern weg nahmen und ihn nach Deutschland deportierten. Seine Eltern lebten damals in Frankreich und waren durch den überraschenden Überfall auf Polen von der Heimat abgeschnitten. Zusammen mit seiner Schwester wurde der junge Stanislaw zu seiner Tante nach Korbach gebracht, die dort als so genannte „Ostarbeiterin“ im Anwesen der Familie Schwalenstöcker im Katthagen einquartiert war. Sie hatten die Aufgabe, die Arbeit der an der Front stehenden deutschen Männer in der Landwirtschaft zu übernehmen.

Sicher keine guten Voraussetzungen für eine unbeschwerte Kindheit, doch Stanislaw Dygudajs Erinnerungen an Korbach sind trotz allem gut. Er spielte mit den ältesten Töchtern der Familie Schwalenstöcker Annegret, Inge und Renate und war auch für die übrigen Kinder im Katthagen schnell ein ganz normaler Spielkamerad. Die Sehnsucht nach seiner Kindheit war es denn auch, die ihn zurück nach Korbach trieb. „Er wollte alles noch einmal sehen“, sagt Ernst Paul, der damals nicht weit vom Schwalenstöckerschen Anwesen, dem ältesten noch bewohnbaren Fachwerkhaus in Korbach wohnte.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Freitag, 16. Oktober 2009.

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