Rund 120 Hektar müssen im Lichtenfelser Stadtwald neu bestückt und verjüngt werden

Wildverbiss verteuert Aufforstung

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Der Orkan Kyrill hatte im Januar 2007 auch Lichtenfelser Wald mit großer Zerstörungskraft zugesetzt. Noch immer sind nicht alle Sturmflächen wieder aufgeforstet. Rund 50 Hektar sind noch zu bestocken, besagt die Forsteinrichtung 2015. Foto/Archiv: Marianne Dämmer

Lichtenfels - Wiederaufforstung wird auch in den kommenden Jahren den höchsten Stellenwert im Lichtenfelser Stadtwald haben. Das hält die sogenannte Forsteinrichtung fest, die der Magistrat befürwortet.

Der Stadtwald ist das Tafelsilber der Stadt Lichtenfels – und auch in den nächsten Jahren muss es erst einmal weiter aufpoliert werden, ehe die Kommune wieder nennenswerte Gewinne aus ihrem Besitz erwirtschaften kann. Nachdem der Magistrat der Abschätzung des Forstamtes Vöhl einstimmig zugestimmt hat, stellte Dr. Gero Hütte-von Essen, Leiter des Vöhler Forstamts, den Plan am Dienstagabend auch den Mitgliedern des Ausschusses Agrar, Bauen, Energie und Umwelt in Lichtenfels noch einmal vor.

Die sogenannte Forsteinrichtung beinhaltet sowohl eine Inventur als auch eine Planung für den Forstbetrieb für die kommenden zehn Jahre. Sie dient als Grundlage für die jährliche Wirtschaftsplanung und als Ins­trument für die Erfolgskontrolle. Erstrangiges Ziel bei der Bewirtschaftung des Lichtenfelser Waldes ist, die Kulturen zu sichern und die restlichen Sturmflächen, die noch brach liegen, wieder zu bestücken. Das trifft nach den Berechnungen des Forstamts Vöhl rund 50 Hektar. Insgesamt seien rund 120 Hektar zu verjüngen. Davon müssten 38 Hektar nachgebessert werden, weil Wildverbiss oder Trockenheit die frisch gepflanzten Bäumchen vernichtet haben. Zudem soll auf 15 Hektar ein Voranbau stattfinden – dabei wird die Verjüngung unter anderem unter den Schirm des Altbestandes gepflanzt.

Insgesamt sei die Stadt davon ausgegangen, dass deutlich weniger Fläche aufgeforstet werden müsse, erklärte Bürgermeister Uwe Steuber gestern auf Nachfrage der WLZ-FZ. Als Zeitfenster für die Arbeiten sind zunächst fünf Jahre angesetzt. Insgesamt rund 800000 Euro müsse für die Wiederaufforstung und Verjüngung investiert werden, sagte Steuber weiter. Um die Aufgaben zu stemmen, müsse die Stadt unter anderem auf eine Sonderrücklage in Höhe von 250000 Euro aus den 1990er-Jahren zurückgreifen. Dabei wird nicht nur in Setzlinge investiert, sondern aufgrund des hohen Wildbestandes auch in den Verbissschutz der Neuanpflanzungen. Den Verbiss im Stadtwald nannte Hütte-von Essen „katastrophal“.

Die Verteilung – 57 Prozent Nadelholz und 43 Prozent Laubholz – solle gehalten werden. Der Eichenbestand ist um fünf Prozent gestiegen, zudem wurden zehn Prozent mehr Douglasien gepflanzt. Auf sie werde weiterhin hauptsächlich gesetzt, unter anderem weil sie schnell ins dicke Holz wachsen, sagte Steuber.

Von Marianne Dämmer

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