Erwin Börger baut markanten Blickfang für Info- und Treffpunkt am Besucherzentrum

Das Willinger Viadukt im Miniaturformat

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Endspurt beim Brückenbau. Erwin Börger (80) hat für den Willinger Wanderer-Treffpunkt am Besucherzentrum in monatelanger Arbeit ein Miniatur- Viadukt gebaut. Fotos: Ulrike Schiefner

Willingen - Das Original überspannt das Itterbachtal mit elf Bogenpfeilern und ist knapp 294 Meter lang. Erwin Börgers Miniaturausgabe des Willinger Viadukts weist acht Säulen auf und misst 6,30 Meter - ein richtiges Kunstwerk aus massivem Beton.

Drei Monate lang hat er für die Verwirklichung des Vorhabens gebraucht. „Nachts träume ich inzwischen schon vom Brückenbau“, lacht Börger, der kürzlich sein 80. Lebensjahr vollendet hat.

Der versierte Handwerker hat die Nachbildung des Willinger Wahrzeichens im Auftrag der Uplandgemeinde geschaffen. Sie soll in Kürze als markanter Blickfang beim Besucherzentrum aufgestellt werden. Sie konnte natürlich nicht maßstabsgerecht angefertigt werden, da die örtlichen Gegebenheiten am zukünftigen Standort berücksichtigt werden mussten.

Attraktive Anlage

Wie Dieter Pollack, der im Rathaus unter anderem für den Bereich der Wanderinfrastruktur zuständig ist, gestern auf Nachfrage der Waldeckischen Landeszeitung erklärte, soll das Miniatur-Viadukt von einem Gehweg umgeben werden, an dem der Gast umfassende Informationen zu verschiedenen Freizeitaktivitäten findet - zum Wandern, zu den Bikestrecken, zum Genussradeln und anderen Themen. Es werden auch Sitzbänke aufgestellt und eine Fahne gehisst, so dass insgesamt ein attraktiver Info- und Treffpunkt entsteht, der die Blicke der Gäste auf sich ziehen soll.

Die Willinger Künstlerin Brigitte Marx hatte erste Pläne für die Nachbildung der Eisenbahnbrücke entworfen. Erwin Börger realisierte das Vorhaben mit großem handwerklichen Geschick, Geduld und Können.

Anderthalb Tonnen schwer

Jede der Säulen, die er in einer selbst gefertigten Form aus Holz und Kunststoff gegossen hat, ist 160 Kilogramm schwer. Einschließlich des Fundaments und der oberen Abdeckung wiegt die Mini-Eisenbahnbrücke rund anderthalb Tonnen. Sie kann für den Transport zum Besucherzentrum in zwei Teile zerlegt werden.

Dieter Pollack sowie Freunde und Bekannte, die in den letzten Wochen den „Baufortschritt“ begutachtet haben, sind begeistert. Sie finden es besonders gut, dass Erwin Börger das Viadukt nicht etwa in seiner heutigen glatten Form nachgebaut hat. Vielmehr lassen die Säulen und Bögen die Erinnerung an die alten Bruchsteine wach werden, die jahrzehntelang das Bild des Willinger Wahrzeichens geprägt haben, die aber letztendlich vor über zehn Jahren aus Sicherheitsgründen abgeschlagen wurden. Die Brücke erhielt bei der damaligen umfassenden Sanierung auch ein Innenleben aus Beton.

Von Ulrike Schiefner

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