In Adorf wachsen die größten Windräder der Region gen Himmel

Den Wind-Riesen Flügel verleihen

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Diemelsee-Adorf - Liegen sie am Boden, wirken sie gigantisch; heben sie ab, stockt dem Betrachter der Atem: Mit der Montage der Rotoren wachsen die Windkraftanlagen am Adorfer Martenberg zu Riesen heran, die in eine neue Dimension der alternativen Energiegewinnung vorstoßen.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums Kassel drehen sich im Landkreis 111 Windräder (wir berichteten). Mit mehr als 60 Anlagen ist die Gemeinde Diemelsee Spitzenreiter in puncto Windenergiegewinnung. Die größten Anlagen messen derzeit rund 140 Meter Gesamthöhe. Die Mühlen, die im Auftrag der Betreibergesellschaft Lenpower (Hannover) derzeit am Martenberg entstehen, recken sich noch einmal 40 Meter weiter in den Himmel. „Bei uns beträgt die Nabenhöhe bereits 138 Meter“, berichtet Bauleiter Joachim Vogel (siehe Hintergrund). „Diese Anlagen werden die höchsten und leistungsstärksten in der Gegend.“

Flügel verleihen die Monteure den Wind-Riesen, deren Füße laut Vogel einen Durchmesser von 13,5 Metern haben, seit Donnerstag: Eine Baustelle hatte den Schwertransport, mit dem die drei Rotorblätter für Turm 1 kamen, rund zwei Wochen verzögert. „Nun haben wir aber Idealbedingungen für die Montage“, betont Vogel, während sein Blick auf Kran und Rotor ruht.

Mithilfe seines 150-Meter-Auslegers hievt der Kran den inzwischen zusammengebauten Rotor in die Höhe. „Falls der Wind angreift, stabilisieren zwei Fahrzeuge mit Seilwinden den Rotor. Außerdem ist alles computerüberwacht“, erklärt Vogel. Als der 52 Tonnen schwere Koloss nach etwa 20 Minuten die richtige Höhe erreicht, warten im Nabeninneren bereits zwei Monteure, um Rotor und Turm zu verbinden.

Für Restarbeiten und Inbetriebnahme rechnet der Bauleiter noch einmal zwei Wochen, dann ist der erste Wind-Riese am Werk. „Wenn alles klappt, kommen die Rotoren jetzt im Wochentakt“, berichtet Vogel. „Bis Ende Juni wollen wir alle zehn Anlagen fertig montiert haben, ans Netz gehen sie nach und nach.“

Hintergrund

„Viel Wind unter den Flügeln“, wünscht Diemelsees Bürgermeister Volker Becker im September 2011 beim Spatenstich für den „Windpark“ Martenberg zwischen Adorf und dem nordrhein-westfälischen Giershagen. Die Hannoveraner Firma Lenpower baut dort seitdem kräftig – allerdings nicht mit dem Spaten, sondern mit schwerem Gerät, denn an der Landesgrenze entstehen laut Bauleiter Joachim Vogel die größten und leistungsstärksten Windkraftanlagen in der Region.

Die zehn Wind-Riesen, die auf dem Martenberg entstehen, weisen jeweils folgende Kennwerte auf: Typ: Enercon Typ E 82 Nabenhöhe: 138 Meter Rotordurchmesser: 82 Meter, jedes Rotorblatt ist also 41 Meter lang. Leistung: 2,3 Megawatt. Jede Anlage kann rein rechnerisch rund 1457 Haushalte mit Strom aus alternativen Energien versorgen. Windkraft-Erlebnisstation: Die Gemeinde hatte die Genehmigung an den Bau einer Erlebnisstation mit Aussichtsplattform geknüpft. Becker: „Diese haben wir gefordert, um das Thema Windkraft erlebbar zu machen.“ Laut Vogel beschäftigt sich der Landkreis derzeit mit der Genehmigung. Ein Korbacher Ingenieurbüro hatte Lenpower schon zu Jahresbeginn beauftragt.(nv)

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