Adorf: Bau des Windparks Martenberg liegt im Plan

Wind-Riesen wachsen in den Himmel

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- Diemelsee-Adorf (nv). Windräder gehören in Diemelsee seit langem zum Landschaftsbild. Mit den Anlagen, die derzeit am Adorfer Martenberg in den Himmel wachsen, stoßen die Betreiber jedoch in eine neue Dimension vor. Im Sommer sollen sich dort zehn 180 Meter hohe Mühlen drehen.

Mit einer Nabenhöhe von 138 Metern und einem Rotordurchmesser von 82 Metern sind die Enercon-Anlagen vom Typ E 82 der Hannoveraner Betreibergesellschaft „LenPower“ die höchsten Anlagen, die laut Bauamtsleiter Rainer Fischer in der Gemeinde bisher genehmigt wurden. Bislang erzeugen Anlagen mit einer maximalen Höhe von rund 140 Metern in Diemelsee Strom.

Fällt der Blick auf die Hochfläche zwischen Adorf und Giershagen, wirkt der erste Turm, der sich Ring für Ring in den Himmel reckt, gigantisch. „Die im Zuge des Genehmigungsverfahrens vorgelegten Visualisierungen haben jedoch gezeigt, dass Anlagen mit 100 Metern Nabenhöhe nicht anders gewirkt hätten“, erklärt Fischer. Außerdem entstünden nicht alle Anlagen in derart exponierter Lage auf dem Bergrücken.

Insgesamt errichtet „LenPower“ auf dem Martenberg zehn Anlagen, obwohl bei Baubeginn nur eine Genehmigung für sieben Anlagen vorgelegen hatte. Das Regierungspräsidium Kassel hatte drei Mühlen gestrichen, weil es die Bundeswehr die Landesverteidigung gefährdet sah. Ein Gutachten widerlegte dies. Jede Anlage erbringt eine Leistung von 2,3 Megawatt und kann rechnerisch etwa 1457 Haushalte mit Strom aus alternativen Energien versorgen. Der Windpark ermöglicht somit die Stromversorgung von rund 14 570 Haushalten.

Als die Hannoveraner im Oktober 2010 den Bau des Windparks beantragten, hatten sie eine Investitionssumme von rund 37 Millionen Euro genannt. Die neue Dimension der Windenergienutzung in Diemelsee, in die das Unternehmen vorstößt, verdeutlicht ein Blick auf die Baustelle: Um die Standfestigkeit der Wind-Riesen zu garantieren, haben die Experten pro Fundament (Durchmesser 22 Meter) rund 800 Kubikmeter Beton und 86 Tonnen Eisen verbaut. „Alle Fundamente sind fertig, sodass Baufreiheit für die Montage besteht“, erläutert Vogel. Obwohl Wind und Regen die Arbeiten nicht immer leicht gemacht hätten, spielte der milde Winter den Bauherren in die Karten. In dieser Woche hat die Kranmontage an Standort 2 begonnen.

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