Vöhl: Energie Waldeck-Frankenberg plant Anlagen in Buchenberg, die Reon AG bei Basdorf

Bau von Windmühlen geplant

Vöhl - Im vergangenen Jahr stellte die Vöhler Gemeindevertretung die Weichen für Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet: Während die EWF mit der Gemeinde Anlagen in Buchenberg plant, streckt die Reon AG in Basdorf ihre Fühler aus.

Erst im November vergangenen Jahres beschlossen die Vöhler Gemeindevertreter einstimmig, die Großgemeinde in Sachen Windkraft unter die Lupe zu nehmen. Gab es bisher keine Windenergie in der Vöhler Großgemeinde, wolle man künftig auf Energiefragen nachhaltige und zukunftsweisende Antworten finden, hatte Bürgermeister Harald Plünnecke erklärt.

Auf Flächen wollten sich die Gemeindevertreter damals noch nicht festlegen, sondern alle denkbaren Feld- und Waldgebiete auf ihre Eignung überprüfen – damals wurde die Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg gebracht. Inzwischen haben die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) und die Reon AG aber offensichtlich Flächen im Blick. Denn Anfang der Woche rief die EWF mit Unterstützung der Gemeinde die „Windpark Vöhl GmbH“ ins Leben. Das bestätigen Bürgermeister Harald Plünnecke und Stefan Kieweg von der EWF.

Nördlich von Buchenberg sollen in den nächsten Jahren Windräder gebaut werden. „Wir stehen aber noch am Anfang“, erklärt Stefan Kieweg. Mit der Gründung der GmbH sei aber nun ein großer Meilenstein geschafft und ein Signal gesetzt. „Wir sind ein kommunaler Versorger und treten an mit dem Wunsch, einen Bürgerpark zu bauen“, sagt Kieweg. Nicht nur, dass durch die Gründung der GmbH die Gewerbesteuer in der Großgemeinde bleibe. Auch das Konzept des Windparks sei auf die Vöhler zugeschnitten. „So könnte es verschiedene Möglichkeiten der Beteiligungen geben“, sagt der EWF-Experte. Dazu gehören festverzinsliche Klimasparbriefe ebenso wie ein denkbares Genossenschaftsmodell.

Auf jeden Fall ist der Wunsch groß, die Bürger mit ins Boot zu holen. „Bevor wir in die konkreten Planungen einsteigen können, gibt es aber noch einige andere Aufgaben“, sagt Kieweg. Die Waldfläche Richtung Immighausen, auf der die Räder gebaut werden könnten, gehört dem Hessen-Forst. „Wir stehen darüber noch in Verhandlungen“, sagt Kieweg. Notwendig sind außerdem entsprechende Gutachten – sowohl über das Brut- und Wanderverhalten der Vögel und Fledermäuse als auch über die Windverhältnisse. „Das nimmt ein ganzes Jahr in Anspruch“, erklärt der Experte. Aber erst nach den Gutachten und nach der Beteiligung der Öffentlichkeit kann überhaupt die Flächenänderung beschlossen werden.

„Bisher können wir noch nicht sagen, wie viel Windräder gebaut werden oder wann es losgehen könnte“, sagt Kieweg. Unterdessen wirbt die Reon AG zwischen Hof Lauterbach und Basdorf bereits um Unterstützung für einen anderen Windpark. „Wir wollen dort sechs Windenergieanlagen aufbauen“, erklärt Projektleiter Thomas von Glahn auf WLZ-FZ-Nachfrage. Das Gutachten, das Vögel und Fledermäuse in den Blick nehme, laufe bereits. „Wir hoffen, noch im Herbst auf eine Baugenehmigung und auf einen Baubeginn 2013“, sagt er.

Dabei zählt Thomas von Glahn auf die Eigentümer. Über 70 Prozent der Fläche gebe es mit den Eigentümern bereits rechtsgültige Verträge. „Bei unseren Planungen halten wir den Abstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung selbstverständlich ein“, betont er. „Regionale Wertschöpfung“ Zum Konzept der Reon AG gehöre in erster Linie der Gedanke der regionalen Wertschöpfung. „Wir wollen in Vöhl eine Betreibergesellschaft gründen, damit die Gewerbesteuer auch in vollem Umfang in der Gemeinde bleibt“, sagt Thomas von Glahn. Jeder, der interessiert sei, könne sich an den Anlagen beteiligen. Die Finanzierung solle über regionale Banken laufen.

„Wir haben bereits 90 000 Euro in die Planungs- und Entwicklungskosten gesteckt“, sagt der Reon-Mitarbeiter, „weil wir an das Gelände in Vöhl glauben.“ Bevor ein erstes Windrad auf den Flächen der Großgemeinde gebaut werden kann, muss aber die Politik tätig und die Öffentlichkeit gefragt werden. Die Baugenehmigung kann erst dann erteilt werden, wenn der Flächennutzungsplan endgültig geändert wurde.

Gutachten hat Vögel im Blick

Rund 40 000 Euro kostet laut Thomas von Glahn von der Reon AG ein Gutachten, das vor einem Windradbau Vögel und Fledermäuse in den Blick nimmt. Über vier Vegetationsperioden hinweg wird das Flug-, Brut- und Rastverhalten der Vögel untersucht. In einer Untersuchung stellte der Naturschutzbund 2000 fest, dass jährlich 0,5 Vögel pro Anlage durch eine Kollision mit den Rotorblättern sterben. (resa)

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