Lichtenfelser Stadtverordnete stimmen geplanter Windkraftanlage zu

Windpark "Am Böhlen" erwünscht

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Lichtenfels - Mit großer Mehrheit haben die Lichtenfelser Stadtverordneten für die Errichtung eines Windparks bei Goddelsheim gestimmt.

Noch ist nicht klar, ob der Windpark, der sechs Anlagen fassen soll, Am Böhlen bei Goddelsheim überhaupt gebaut wird - es steht die Genehmigung des Kasseler Regierungspräsidiums (RP) aus (wir berichteten ausführlich). Bürgermeister, Magistrat und Stadtverordneten war es jedoch wichtig, der Genehmigungsbehörde, die Ende März die geplante Windparkfläche wegen weiterer Vogelschutz-Fragen in Augenschein nehmen will, ein klares Zeichen der Zustimmung zu geben. "Wir sollten dem RP signalisieren, dass die Stadt hinter dem Windpark steht", sagte es Bürgermeister Uwe Steuber.

Mit Ausnahme der Wählergemeinschaft Lichtenfels (WGL) sprachen sich alle Fraktionen für den Windpark aus. Dr. Bernhard Kutting von der WGL begründete die ablehnende Haltung seiner Fraktion damit, dass ein Windpark im vor allem von Wanderurlaubern frequentierten Lichtenfels Nachteile für den Tourismus haben könnte. "Wir befürchten, dass unsere Chancen für den Tourismus darunter leiden und wollen Lichtenfels weiterhin als windkraftfreie Zone sehen", unterstrich er. Außerdem gebe es anhand wager Windverhältnisse durchaus ein wirtschaftliches Risiko. Das unterstrich auch sein Fraktionskollege Horst Wendt.

Friedhelm Emde von der FDP sagte mit Blick auf den geplanten Ortstermin vom RP Ende März, es sei "seltsam", dass der Naturschutz immer noch Bedenken habe, denn: "Das Gebiet eignet sich für 16 Anlagen. Der Maschinenring hat mit den Ornithologen schon einen Kompromiss geschlossen und die Zahl der Anlagen deutlich verringert." FDP-Fraktionsvorsitzender Harald Kiel bekräftigte: "Unsere Zustimmung hat der Windpark grundsätzlich".

Eckhard Schnatz, Fraktionsvorsitzender der CDU, bekundete ebenfalls die Zustimmung seiner Fraktion. "Der Tourismus nimmt keinen Schaden, dafür gibt es viele Beispiele." Außerdem konzentriere sich der Tourismus in Lichtenfels vor allem auf den südlichen Bereich. Schließlich sei auch genügend Abstand zu den umliegenden Orten gegeben, und Lichtenfels profitiere durch Gewerbesteuereinnahmen, zählte er auf: "Die CDU trägt den Beschluss des Magistrats mit".

Das versicherte auch Friedrich Schüttler für seine Fraktion, die SPD. Er betonte mit Blick auf die Eigentümer der Flächen: "Es ist wichtig, dass einige Wertschöpfung bei uns im Raum bleibt". Hingegen sei die Wirtschaftlichkeit Sache der Investoren. "Windkraft ist ein wichtiger Teil der Energiewende", unterstrich auch Heinrich Böhle von der SPD.

Bei drei Neinstimmen und einer Enthaltung stimmte die Versammlung dem Antrag der Firma Abo-Wind, die als Projektleiterin fungiert, schließlich zu. (md)

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