So war das Wetter 2012 in Korbach: Hobbymeteorologe Hans Krusche zieht Bilanz

„Winter kann noch kommen“

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Auch Winterwetter hat seine schönen Seiten: Zauberhaftes Naturschauspiel auf der Helmscheider Höhe.

Korbach - Ein kalter Winter, ein sonniges Frühjahr, ein feuchter Sommer und ein goldener Herbst - so hat Korbach das Jahr 2012 aus der Sicht von Wetterbeobachter Hans Krusche erlebt.

„Der Winter kommt noch“, ist sich Hans Krusche sicher. Wer in Korbach wissen will, wie das Wetter wird, fragt den Friseurmeister und Hobbymeteorologen. Seit vielen Jahren schaut er Petrus über die Schulter und führt akribisch Buch darüber. Dreimal täglich liest Krusche die Messgeräte in seinem Garten ab, notiert Temperatur, Niederschlagsmenge, Luftdruck, Sonnenschein und Wolkenaufkommen.

Und manchmal lässt er sich auch zu Vorhersagen hinreißen: Von Ende Januar bis weit in den Februar hinein werde Väterchen Frost zurückkehren, prognostiziert Krusche: „So kalt wie im vergangenen Jahr wird es aber nicht“, sagt er. „Gut für uns, dann werden die Heizkosten nicht so hoch.“

Denn richtig frostig und knackig kalt war es 2012 in der ersten Februarhälfte, verraten seine Aufzeichnungen. Der eisigste Tag war der 7. Februar: fast schon sibirische minus 17,2 Grad maß Krusche morgens um sieben Uhr. Milde Temperaturen und Regen hatten zuvor die Korbacher beim Start ins Jahr 2012 begleitet. Die Quecksilbersäule sank im Januar nur selten unter den Gefrierpunkt. Regen fiel hingegen fast doppelt soviel wie im Jahr zuvor.

Äußerst sonnenreich verlief der März mit Temperaturen über der 20-Grad-Marke. Eiscafés machten vor allem am 25. März ein gutes Geschäft: Bei 24 Grad trieb es viele Korbacher nach draußen, um die Sonne zu genießen. Diesmal werde es zu Ostern noch einmal Frost geben, schätzt Krusche. Das Fest liegt in diesem Jahr besonders früh: Ostersonntag ist schon am 31. März.

Der April 2012 blieb zunächst relativ kühl, das Monatsende brachte jedoch wieder wärmere Temperaturen. Ein Wolkenbruch sorgte am 3. Mai für Überschwemmungen in Korbach. Eine halbe Stunde prasselte Hagel über der Kreisstadt nieder. Im Zentrum Korbachs schwollen Muffiansgraben und Kuhbach in kürzester Zeit zu reißenden Bächen an. Die Allee war zeitweise komplett überflutet. Feuerwehren rückten in Korbach und den Ortsteilen aus. Hans Krusche bilanzierte am Abend des Tages 37 Liter Regenwasser auf den Quadratmeter - die in nur einer Dreiviertelstunde vom Himmel fielen.

Juni und Juli waren nass und relativ kühl. Erst im August zeigte sich der Sommer von seiner besten Seite. Mit dem Spitzenwert von 31,5 Grad bescherte der 18. August den Korbachern traumhaftes Kaiserwetter. „In den vergangenen Jahren war aber oft der Juni der schönste Monat“, erinnert Krusche. Auch der Herbst präsentierte sich golden, mit Wärmerekorden Ende Oktober. Schon am 30. November registierte der Friseurmeister den ersten Schnee. Der Dezember blieb in seiner ersten Hälfte winterlich.

Insgesamt war das Jahr 2012 laut Krusche etwas wärmer als üblich, mit insgesamt rund 700 Litern Regen pro Quadratmeter aber auch nicht zu nass. Damit decken sich die Beobachtungen des Hobbymeteorologen mit dem Resümee des Deutschen Wetterdienstes.

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