Immighausen

"Wintervergnügen": Veranstaltung macht Namen alle Ehre

- Am Ende entstand genau die Atmosphäre, von der einer, der es wissen muss, zuvor so geschwärmt hatte: Freude am Singen, Freude durchs Singen, Zusammenhalt und Geselligkeit. Das Finale des Wintervergnügens zeigte, wozu Musik in der Lage ist.

Lichtenfels-Immighausen. Nun gut, das „Bierlied“ und „Die kleine Kneipe“ deuten allesamt in eine gewisse Richtung, was Text und Thema angeht. Doch mit welcher Inbrunst die jungen Männer im MGV Immighausen am Samstagabend im DGH zu Werke gingen, welche Freude sie ausstrahlten und welches Lächeln sie auf die Lippen (bei sich und bei den Zuhörern) zauberten, hat das Wort „Finale“ zurecht verdient. Die Lieder waren als Chorsatz, die Männer im Halbkreis arrangiert. Es war eines der emotionaleren „Wintervergnügen“, zu dem die 126 Jahre alt werdende „Liedertafel Immighausen“ alljährlich einlädt. Zuvor hatte Friedrich Hasecke, Vorsitzender des Lichtenfelser Sängerbundes, eine äußerst seltene Auszeichnung verliehen. Für 75 Jahre aktives Singen im Verein bekam Karl-Heinrich Zimmer erst eine Urkunde, dann Standing Ovations der Anwesenden – und zum Schluss ein Ständchen. Hasecke spielte „I have a dream“ auf der Mundharmonika, eines der Lieblingsinstrumente des Ausgezeichneten. Er versprach zudem ein Duett beim runden Geburtstag von Zimmers Ehefrau Hildegard im Juni. Der Geehrte bedankte sich: „Ich kann dazu gar nichts – ich habe einfach immer nur gesungen.“ Die Freude daran verband alle Chöre und alle Generationen. Am „Wintervergnügen“ hatten zuvor auch Sänger aus Gembeck und Nordenbeck teilgenommen. Leiterin Carmen Lindemann hatte mit ihrem gemischten Chor Nordenbeck einen weite Kreise ziehenden musikalischen Ausflug vorbereitet: Auf „Lieder so schön wie der Norden“ folgte „Über den Wolken“, das folgerichtig im „Die Gedanken sind frei“ gipfelte. Die größte Schar der Aktiven kam aus Gembeck: MGV, Frauenchor und die „Singing Boots“, allesamt mit Lisa Herrlich am Taktstock, zeigten gemeinsam und als kleinerer gemischter Chor ihr Repertoire: Während die „Boots“ auf moderne, häufig einstudierte Stücke Wert legten (Oh Happy Day), wandelten MGV und Frauenchor eher auf Schlagerpfaden. Die Immighäuser Damen von „Just for Fun“ bewiesen Duchhaltevermögen bei „We can move mountains“ und rockten mit Westernhagens „Es geht mir gut“. Funkengarde mit Premiere In der Pause sorgte zum ersten Mal bei einem Wintervergnügen die „Funkengarde“ aus dem Gastgeberort für Unterhaltung. Das kam bei Abba-Rhythmen so gut an, dass eine Wiederholung nicht ausgeschlossen scheint. Teilweise unterstützte Gebhard Siewecke, Bandkollege von Chorleiter Thilo Nordheim, die Sänger mit der Gitarre. Dass Nordheim beim Chorgesang neue Wege gehen will, in Immighausen dafür genügend Potential vorfindet (Altersdurchschnitt: 42 Jahre bei 38 Sängern) und vieles richtig macht, wurde deutlich. Ob allerdings „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen mit seiner Mischung aus Gesang und Instrumentalpassagen wirklich als Chorstück funktioniert, kann vielleicht erst eine Wiederholung zeigen.Weitere Ehrungen gab es am für die Neuzugänge René Schanz und Maximilian Pieper sowie für die passiven Mitglieder Bernd Menzel und Wolfgang Mattner (25 Jahre) und Reinhold Brandt und Alfred Kühnlenz (50 Jahre). Seit 25 Jahren sind Sandra Klingner, Andreas Mitze und Rüdiger Brandt aktive Sänger.

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