Demonstration am Hanseplatz: Kurden fordern hartes Vorgehen gehen IS-Terroristen

„Wir brauchen Solidarität“

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„Stop Isis“: Rund 120 Kurden demonstrierten gestern Nachmittag auf dem Hanseplatz und forderten „Internationale Solidarität“ im Kampf gegen die IS-Terroristen.Fotos: Demski

Korbach - Mit einem deutlichen Appell richteten die Kurden aus Waldeck-Frankenberg sich am Freitag an die Politik: Sie forderten bei einer Demonstration auf dem Hanseplatz, „sofort und entschieden“ gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ vorzugehen.

Ihre Familien in Syrien und im Irak sind auf der Flucht. Manche haben es bereits über die Grenzen in die Türkei geschafft, andere werden vermisst. „Als wir vor einigen Monaten von den ersten Angriffen der ISIS gehört haben und bei unseren Familien anriefen, da gingen plötzlich die Terroristen ans Telefon“, erzählt Serkan Kaplan, „wir sind entsetzt und fassungslos“. 120 Kurden aus Waldeck-Frankenberg meldeten sich deswegen gestern Nachmittag auf dem Hanseplatz in Korbach zu Wort. „Stop Isis“, forderten sie. Der Nahe Osten sei ein Pulverfass, die Türkei beliefere die Islamisten mit Waffen und die internationale Gemeinschaft schaue zu. „Internationale Solidarität“, skandierten die Demonstranten und forderten auch von der deutschen Regierung ein härteres Vorgehen gegen die Terroristen. „Heute betrifft es uns Kurden, morgen alle Menschen“, betonte Kaplan, „wir müssen jetzt aufstehen gegen Terrorismus und Unfreiheit - und zwar alle gemeinsam“. Kobane müsse gerettet, den Terroristen Zugriff auf Geld und Öl versagt werden. „Deutschland verdient an diesem Krieg“, kritisierte Kaplan.

Er betonte, dass zur Demonstration Jesiden ebenso gekommen seien wie alevetische und sunnitische Muslime. „Wir demonstrieren alle gemeinsam und friedlich für Freiheit“, erklärte Kaplan, „Freiheit für die Kobane, Freiheit für die Kurden und Freiheit für alle Menschen auf der Welt“.

Zwei Stunden lang machten die Kurden gestern Nachmittag auf Massaker und Krieg aufmerksam, verteilten Flugblätter an die Korbacher, die in der Stadt unterwegs waren und betonten während der Kundgebung: „Wir verabscheuen jede Form von Fundamentalismus, wir wollen Demokratie“.

Von Theresa Demski

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