Land Hessen stellt Bewilligungsbescheid für Sanierung aus

„Wir brauchen die Sporthalle“

Adorf - Die Planungen stehen, die Adorfer waren schon fleißig, und die Finanzierung ist seit Freitag auch gesichert: Der Sanierung der Dansenberghalle steht nichts im Wege.

Der Abteilungsleiter für Sport im hessischen Innenministerium, Prof. Heinz Zielinski, überreichte den Bewilligungsbescheid des Landes über 50 000 Euro aus dem Förderprogramm „Sportland Hessen“. Der Erste Beigeordnete Eckhard Köster freute sich über die Finanzspritze. Das die Sanierung notwendig sei, zeige sich beim Blick in die Halle: Etwa 30 Adorfer haben vorige Woche den alten Bodenbelag entfernt, dabei wurden die besonders durch Feuchtigkeit verursachten Schäden offenbar. Der Korbacher Planer Jürgen Kepplin erläuterte die „dringend erforderlichen“ Arbeiten anhand von zwei Schwerpunkten: Der 35 Jahre alte Sportboden in der Halle muss wegen der Feuchtigkeitsschäden komplett erneuert werden. „Er hat seine Schuldigkeit getan“, sagte Kepplin. Die Fläche werde komplett neu abgedichtet, dann werde ein neuer „flächen-elastischer Boden“ mit einem strapazierfähigen PUR-Belag aufgebracht. Das kostet etwa 90 000 Euro – dank der Adorfer Eigenleistungen weniger als zunächst geplant. Der Brandschutz genügt nicht mehr den heutigen Anforderungen. Brandschutztüren müssen ebenso eingebaut werden wie eine Notbeleuchtung, Rauchmelder und ein zweiter Fluchtweg mit Treppe aus dem Kellergeschoss. Kosten: schätzungsweise 106 000 Euro. Im Haushalt stehen für beide Projekte 214 000 Euro bereit. Den neuen Boden liefert eine Fachfirma aus Hildesheim, die übrigen Arbeiten gehen voraussichtlich komplett an heimische Firmen. Die Halle werde als Sport- und als Mehrzweckhalle häufig genutzt, betonte Kepplin. Dem werde mit dem neuen Boden Rechnung getragen. Ob Discoabende, Seniorennachmittage, Konzerte, Vereinsfeste wie das Jubiläum der Schützen, Familienfeiern oder zuletzt der Viehmarkt mit der Sportlerehrung: Die „gute Stube“ der Adorfer ist das ganze Jahr über gefragt. Außerdem trainieren dort regelmäßig Sportgruppen und Schüler. Die Dansenberghalle sei eine der am häufigsten genutzten Hallen der gesamten Gemeinde, betonte Köster. Die Halle sei 1979 fertiggestellt worden, nach diesem Zeitraum sei die Bodenerneuerung notwendig, sagte Prof. Zielinski. „Über den Bedarf ist nicht zu diskutieren“, sagte er mit Blick auf den feuchten Unterboden. „Es ist eine schöne Halle, ich hoffe, da kommt ein heller Boden rein.“ Auch die Brandschutzauflagen müssten erfüllt werden. Die Halle sei „der Mittelpunkt im Ort“, in ihr werde das vom Ehrenamt geprägte „Vereinsleben hochgehalten“. Das Land versuche, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Bislang habe Hessen aus dem Sonderprogramm 1350 Projekte mit 34 Millionen Euro gefördert. „Das zeigt, welcher Bedarf besteht.“ Jedes Jahr stünden rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. Die 50 000 Euro für Diemelsee seien die Höchstgrenze. Die Finanznöte der Kommunen kennt er: Er ist auch Vorsitzender des Gießener Sportkreises. Er sehe den Besuch von Prof. Zielinski gern, „denn er bringt Geld mit“, sagte sein Waldeck-Frankenberger Kollege Uwe Steuber. Ein „großes Lob“ gebühre der Gemeinde und Bürgermeister Volker Becker, der „die Förderkulisse voll ausgeschöpft hat“. Becker habe sich wegen der Zuschüsse schon früh an den Sportkreis gewandt, der habe die Sanierung befürwortet. „Wir brauchen die Sporthalle“, betonte Steuber. Der Sportkreis sei hessenweit vorn bei der Ausbildung weiterer Übungsleiter über ein Förderprogramm der Sparkassen-Stiftung, sie bräuchten Sportstätten wie die Adorfer Halle. „Die Sportlerfamilie fühlt sich gut aufgehoben beim Kreis und der Gemeinde“, erklärte Steuber. Auch er verwies darauf, dass die Dansenberghalle gut ausgelastet sei, die Landesförderung sei zudem wegen der Mehrzwecknutzung wichtig. Auch die Diemelseer Parlamentschefin und Kreisbeigeordnete Hannelore Behle, Gemeindevertreter, Adorfer Ortsbeiräte um Bernd Becker und Klaus Pohlmann und zwei Mitarbeiterinnen der Verwaltung nahmen gestern Mittag an der Übergabe teil. Bis Ende September solle der neue Boden liegen, sodass die Halle im Oktober wieder nutzbar sei, erläuterte Köster. Damit könnte der für November geplante nächste Discoabend wie vorgesehen stattfinden.Im Frühjahr hatten die Gemeindevertreter außerdem beschlossen, ein Gerätelager anzubauen. Es ist erforderlich, um alle Stühle, Bühnenmaterialien und Sportgeräte unterzubringen. Kosten: etwa 100 000 Euro. Gebaut werden soll es erst später, so müssten erst die Baugenehmigung des Kreises und das Brandschutzkonzept vorliegen. Von Dr. Karl Schilling

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