Im Jahr seines 135-jährigen Bestehens unterstreicht der MGV „Liedertafel 1878“ Goddelsheim erneut se

„Wir freuen uns über die Auszeichnung“

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Im Welfenschloss von Hann. Münden brillierte der MGV Goddelsheim.

Lichtenfels-Goddelsheim - Bereits zum zweiten Mal hat der Männergesangverein „Liedertafel“ 1878 unter Leitung von Holger Born seinen hohen Titel erfolgreich verteidigt: Er bleibt Meisterchor.

Die Spannung war groß am vergangenen Samstag, als die Goddelsheimer Sänger beim Chorwettbewerb des Mitteldeutschen Sängerbundes (MSB) in Hann. Münden antraten, um ihren Titel in der höchsten Kategorie des MSB zu verteidigen. Und passend zum 135-jährigen Bestehen des stimmenstarken Chors erreichten sie ihr hoch gestecktes Ziel.

Insgesamt 17 Chöre des MSB hatten sich den Wertungsrichtern in verschiedenen Kategorien gestellt, davon acht aus dem Frankenberger Land (wir berichteten gestern). Der MGV Goddelsheim war der einzige Chor aus dem Waldecker Land, der bei dem hochkarätigen Wettbewerb im Rittersaal des Welfenschlosses antrat.

„Bei den Wettbewerben müssen gewisse Standards erfüllt werden, das Programm war äußerst anspruchsvoll“, erklärte Chorleiter Holger Born, der die Sänger 2005 zum ersten Mal zum Meistertitel geführt hatte. 2009 wurde die Auszeichnung bestätigt.

Bei dem Wettbewerb werden Stücke vorgegeben, andere dürfen frei gewählt werden - der Schwierigkeitsgrad in der Meisterklasse liegt bei einer Skala von eins bis zehn bei jeweils acht bis neun, also sehr hoch.

Als Wahlchorsatz hatten die Sänger das schwedische Lied „I bröllopsgarden“ von Johann August Södermann gewählt, das sie auch in schwedischer Sprache sangen. Den Wahlpflichtchorsatz „Peace I leave with you“ von Knut Nystedt mit dem Schwierigkeitsgrad neun sangen sie in englischer Sprache. Ebenfalls in Englisch trugen sie in der Volksliedbearbeitung „Vive L’Amour“ von Alice Parker/Robert Shaw vor, mit einem Tenorsolo von Ralf Bangert. Die fremden Sprachen bedeuteten eine ganz besondere Herausforderung, denn Text und Aussprache müssen exzellent sitzen, damit die Sänger sich beim Auftritt rein auf den Gesang konzentrieren können. Als Volkslied in der Meisterchorklasse war schließlich auch noch „Schöne Nacht“ von Wilhelm Nagel gefragt.

Chor soll sich was trauen

„All das sind nicht unbedingt Stücke, die beim Publikum ankommen. Sie zeichnen sich unter anderem durch Disharmonien, schwierige Intervalle und variierende Strophen aus“, erklärte Holger Born auf Nachfrage, dass es manchmal gefordert war, die Motivation auf 100 Prozent zu halten. „Aber das ist der Zweck des Wettbewerbs: Der Chor soll sich an etwas trauen, dass er normalerweise nicht angehen würde - und das hat der MGV Goddelsheim erfolgreich gemacht. Wir freuen uns alle über diese Auszeichnung“, betonte Holger Born stolz. Viele Monate hatten die Sänger dafür geprobt - und sind an ihren Aufgaben weiter gewachsen. (gk/md)

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