Stimmen nach der Wahl: Vöhler Kommunalpolitiker blicken in die Zukunft

„Wir stehen weiterhin zur Koalition“

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Siegerrede. Matthias Stappert hat die Bürgermeisterwahl in Vöhl gewonnen.

Vöhl - Nach der Bürgermeisterwahl in Vöhl begannen die Analysen: Wo liegen die Gründe für den klaren Sieg von Matthias Stappert? Und was bedeutet das Ergebnis für die künftige Zusammenarbeit in der Vöhler Gemeindevertretung?

Das Publikum in der Vöhler Henkelhalle war am Sonntagabend geteilt: Während die einen mit Volker König die verlorene Schlacht bedauerten, freuten sich die anderen mit ihrem Kandidaten Matthias Stappert. Und immer mal wieder wurde dabei auch die Frage nach der künftigen politischen Arbeit in Vöhl laut - bisher nämlich hatten CDU und SPD in der Gemeindevertretung eng zusammengearbeitet.

Wahlsieger Matthias Stappert (unterstützt von CDU, FWG, Grünen, FDP): „Für mich beginnt jetzt eine Zeit des Spagats: In Hallenberg bereite ich den Abschied vor und gleichzeitig halte ich Kontakt zu Vöhl. Die starke Unterstützung im Rücken und viele andere Gründe haben den Sieg ausgemacht. Ich biete der SPD aber ausdrücklich eine kons-truktive Zusammenarbeit an“.

Kandidat Volker König (unterstützt von der SPD): „Der Wähler hat eine deutliche Entscheidung getroffen, für eine Analyse ist es jetzt zu früh. Ich möchte dem neuen Bürgermeister aber meine Unterstützung anbieten.“

Landrat Dr. Reinhard Kubat (SPD): „Ich bin sehr stolz auf die Wahlbeteiligung von über 70 Prozent. Und zu der Kandidatur von Bianca Steinkamp möchte ich sagen: Das war sehr, sehr demokratisch und nicht hoch genug einzuschätzen, dass sich eine junge Frau ohne politische Erfahrung aufgestellt hat. Sie, Herr Stappert, tun Sie der Stadt Bestes.“

Dieter Büchsenschütz (FWG): „Ich bin überaus glücklich, der Kampf hat sich gelohnt. Während der Besuche in den Dörfern haben wir schon diese positive Stimmung unter den Menschen gespürt. Die gute Ausbildung und die Fähigkeiten des Kandidaten haben dann am Ende die Wähler überzeugt.“

Gerhard Henkel (BI Grüne Liste): „Ich bin nicht so euphorisch, denn ich hatte dieses Ergebnis erwartet. Volker König hat die SPD-Stimmen geholt, Matthias Stappert alle anderen. Es ist gut, dass wir damals einen gemeinsamen Kandidaten gefunden haben. Aber wir waren nicht mehr als eine Zweckgemeinschaft. Welchen Einfluss das auf die Gemeindevertretung haben wird, muss sich zeigen. Wir wünschen uns auf jeden Fall mehr grüne Gedanken.“

Rainer Humpert und Monika Heidel (FDP): „Für diesen Sieg haben FWG, Grüne, CDU und FDP drei Monate lang mit fairen Mitteln gekämpft. Wir sind froh, dass nun das normale Leben, auch mit all seinen Problemen im politischen Vöhler Alltag, wieder einkehren wird, und wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit. Hoffentlich wird es in der Gemeindevertretung nun weniger um politische Lager, sondern mehr um die Sache gehen.“

Fritz Schäfer (CDU): „Ich hatte ein knapperes Ergebnis erwartet und kann die Gründe für diese Deutlichkeit schlecht beurteilen. Am Ende haben wahrscheinlich die höhere Fachkompetenz und die Erfahrung in der Verwaltung von Matthias Stappert die Wähler überzeugt - und vielleicht auch die geballte Macht der Unterstützer. Bürgermeisterwahl und die Gemeindevertretung sind aber zwei Paar Schuhe. Wir stehen zu unserem Koalitionsvertrag mit der SPD.“

Sven Bökenschmidt (SPD): „Das war ein sehr fairer Wahlkampf und wir freuen uns über die hohe Beteiligung der Vöhler an der Bürgermeisterwahl. Am Ende konnte Matthias Stappert mehr Stimmen auf sich vereinen. Wir werden nun die Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister suchen.“

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